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29. Oktober

"Schwester Resoluta" nannten viele scherzhaft die energische Ordensfrau Maria Restituta – und tatsächlich ließ sie sich durch nichts von ihren Überzeugungen abbringen. Sie wurde als Helene Kafka in Hussowitz (heute Tschechien) geboren und war eines von sieben Kindern des einfachen Schuhmachergehilfen Anton Kafka. Helene arbeitete zunächst als Dienstmädchen, Tabakverkäuferin und Krankenpflegerin. Mit 19 Jahren trat sie bei den Franziskanerinnen von der christlichen Liebe ein und nahm den Ordensnamen Maria Restituta an. Sie arbeitete als Operationsschwester im Krankenhaus Mödling (heute Österreich) und war für ihre lebenslustige Art beliebt. Von Anfang an lehnte sie den Nationalsozialismus entschieden ab – und änderte ihre Haltung auch nach der Annexion Österreichs nicht. Maria Restituta weigerte sich, "arische" Patienten zu bevorzugen und hängte die von den Nationalsozialisten im Krankenhaus abgehängten Kruzifixe wieder auf. Nachdem Maria Restituta regimekritische Schriften verbreitet hatte, wurde sie von einem Arzt ihres Krankenhauses denunziert. Trotz brutaler Verhörmethoden gab sie die Namen ihrer Mitstreiter nicht preis. Am 29. Oktober 1942 verurteilte der Volksgerichtshof in Wien Maria Restituta zum Tod. Die Ordensfrau wurde am 30. März 1943 gemeinsam mit neun kommunistischen Funktionären hingerichtet. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1988 selig.

Maria Restituta teilt den 29. Oktober mit:

Berengar (Bernger)

Berengar (Bernger) war der erste Abt des Benediktinerklosters Formbach bei Passau (Niederbayern). "Er stach hervor durch seinen Reformeifer und seine Liebe zu den Armen". + 29.10.1108.

Ermelinda (Melinda, Irmlinde, Hermelindis, Linda)

Ermelinda von Brabant war die Tochter sehr reicher und einflussreicher Eltern, die für sie eine "gute Partie" mit einem Mann, den sie ablehnte, ausgemacht hatten. Ihr Aufbegehren gegen die Heiratspläne stieß bei den Eltern auf völliges Unverständnis. Da ihr Widerstand also nichts nützte, floh das Mädchen aus dem Elternhaus in eine einsame Gegend beim heutigen Meldaert (Belgien) und lebte dort als vom Volk bald verehrte Einsiedlerin bis an ihr Lebensende um das Jahr 590. Am Grab der Jungfrau soll eine Quelle entsprungen sein, deren Wasser Heilkraft besaß. Aus diesem Grund kamen viele Pilger nach Meldaert. Der fränkische Hausmeier Pippin der Ältere ließ schließlich am Grab Ermelindas ein Nonnenkloster errichten. Historisches: Heiraten wurden - damals wie später - im allgemeinen von den Eltern arrangiert, auch der Bräutigam hatte wenig mitzureden. Wichtig waren vor allem die Vereinbarungen der Eltern über die finanziellen Belange - Für die Frauen war es von enormer Bedeutung, eine "gute Partie" zu machen, damit sie versorgt waren, zumal es Möglichkeiten für eine eigene "Karriere" nicht gab und ihre soziale und finanzielle Zukunft vollkommen mit der des Ehegatten verbunden war.

Hl. Ferrutius

Ferrutius war ein römischer Soldat, der um das Jahr 300 in Mainz stationiert war. Lange Zeit konnte er im Geheimen seinen christlichen Glauben unbehelligt ausüben, bis er von einem Unbekannten denunziert und vom Richter zum Tode verurteilt wurde.

Ingold (Ingwald)

Ingold (Ingwald), ein frommer und weiser Mann, lebte im 7. Jhdt im Kloster Montreuil. (Ingolf)

Narzissus

Narzissus war Bischof von Gerona in Spanien. Er soll während der Christenverfolgungen nach Augsburg gekommen sein und dort die Gastwirtin Afra (siehe 7.8.), die ein wenig tugendhaftes Leben führte, bekehrt haben. Nach seiner Rückkehr nach Spanien wurde er verhaftet und als "unverbesserlicher" Christ hingerichtet. + 307 (?).

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