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Schwester Charis Doepgen über das Sonntagsevangelium

Das "Must-have" für jeden königlichen Hochzeitsgast

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Kellenried bei Ravensburg - Gott will keine am Rand stehenden Zuschauer, sondern teilnehmende Gäste zu seinem Festmahl. Schwester Charis Doepgen ist überzeugt, dass alle bereits die passende Kleidung für diese royale Feier besitzen – aber dieses Gewand will gepflegt werden.

Impuls von Schwester Charis Doepgen

Das heutige Gleichnis macht erst einmal sprachlos. Wenn wir königliche Hochzeit hören, haben wir ganz andere Bilder im Kopf. Stellen wir uns einmal vor, die Queen lädt zur Hochzeit eines Sohnes ein – ein Enkel geht auch -, dann sehen wir, wie sie kommen, die Hochwohlgeborenen, die Eliten aller Art, die Reichen, die Schönen.

Aber nicht nur sie. Königliche Hochzeiten finden heute ein Millionenpublikum am Fernseher. In den Medien findet das Fest der Nichteingeladenen statt. Durch ihre Brille sehen wir, was die verpassen, die nicht kommen.

Eigentlich ist das schön dumm, den Acker oder den Laden einer königlichen Tafel vorzuziehen. Spätestens an diesem Punkt bringt uns der Text auf eine andere Ebene des Verstehens. Die Logik des realen Lebens versagt hier.

Gottes Einladung holt uns nicht an den Bildschirm, sondern als Gäste an eine gedeckte Tafel. Wer seine Einladung nicht annimmt, hat Konsequenzen zu tragen. Aber das Fest wird auf jeden Fall stattfinden – halt dann mit den Gästen zweiter Wahl. Welch eine Hoffnung für alle, die nicht zu den Promis und Würdenträgern gehören!

Auf den Straßen sind die Mühseligen und Beladenen unterwegs. Auch sie sind Eingeladene. Es wird niemand vorher aussortiert nach gut oder böse. Und wer ist schon ganz gut oder ganz böse? In dieser Hinsicht sind wir doch alle Mischlinge.

Offenbar gibt es aber eine Möglichkeit, für das Hochzeitsmahl salonfähig zu werden – das Hochzeitsgewand. Die Bibelwissenschaft sagt uns, dieses Gewand wurde damals zusammen mit der Einladung überreicht, es ist ein Geschenk dessen, der das Fest ausrichtet. So weit, so gut.

Aber was ist nun mit dem "Freund", der ohne angemessenes Outfit gesichtet wird? Er bringt nichts zu seiner Entschuldigung vor. Seine undankbare Rolle in dem Gleichnis ist wohl die, deutlich zu machen, dass bei allem Vorschuss durch den einladenden König, doch noch eine Portion Eigenverantwortung übrigbleibt, um die sich keiner drücken kann.

Wir hören das Gleichnis heute nicht mit den Ohren der Hohenpriester und Ältesten Israels. Ihnen hat sich wohl eine andere Botschaft gezeigt. Wir sind als getaufte Christen angesprochen mit dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. Und da sagt uns Paulus im Galaterbrief: "Alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt." (3,27)

Damit haben wir die passende Ausstattung für die Einladung des Vaters zum Hochzeitsmahl des Sohnes. Dieses Gewand gibt uns Ansehen, wir sollten es pflegen. - Es ist das unbedingte "Must-have", um es im Werbeslogan der Modebranche auszudrücken.

Evangelium nach Matthäus (Mt 22,1-14)

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!

Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.

Ausgelegt!

Katholisch.de nimmt den Sonntag stärker in den Blick: Wie für jeden Tag gibt es in der Kirche auch für jeden Sonntagsgottesdienst ein spezielles Evangelium. Um sich auf die Messe vorzubereiten oder zur Nachbereitung bietet katholisch.de nun "Ausgelegt!" an. Darin können Sie die jeweilige Textstelle aus dem Leben Jesu und einen Impuls lesen. Diese kurzen Sonntagsimpulse schreiben Ordensleute und Priester für uns.

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