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Feierlicher Festakt für ein großes Gotteshaus

1.000 Jahre Dom in Worms: Gauck wirbt für Ökumene

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Innenansicht des Wormser Doms
Bonn - Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Wormser Kirche bei einem Festakt als "Fels in der Brandung". An die eigentliche Bestimmung des Doms erinnerte der Mainzer Bischof Kohlgraf.

Bei einem Festakt hat der frühere Bundespräsident Joachim Gauck den vor tausend Jahren geweihten Dom in Worms gewürdigt. Er rief am Samstagabend zudem dazu auf, die Ökumene zwischen den christlichen Kirchen weiterhin zu vertiefen. Zwar seien Katholiken und Protestanten in den vergangenen Jahren aufeinander zugegangen. Er hoffe aber auf "weitere Schritte in der Ökumene", sagte der Theologe und frühere evangelische Pastor beim Festakt zu 1.000 Jahren Wormser Dom. Der Dom habe viele Ereignisse in den vergangenen tausend Jahren überdauert. "Worms wirkt für mich wie ein Fels in der Brandung", sagte Gauck.

Gauck will pragmatischen Weg in der Flüchtlingspolitik

Das frühere Staatsoberhaupt ging in seiner Rede auch auf politische Themen ein, wie etwa die Diskussion um den richtigen Umgang in der Flüchtlingspolitik. Gauck plädierte für einen pragmatischen Weg, der weder für die Europas Abschottung stehe noch bedingungslos offene Grenzen befürworte. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Politik nicht mehr von der Mehrheit der Bürger mitgetragen werde. Ziel müsse es sein, die wirklich verfolgten Menschen aber auch die Demokratie zu schützen. "Politik muss auch steuern. Und manchmal auch begrenzen", sagte Gauck.

Bundespräsident Joachim Gauck hält eine Rede.
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat den Wormser Dom gewürdigt und für die Ökumene geworben.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betonte bei dem Festakt, der Dom sei stets das geblieben, wofür er in erster Linie gebaut wurde: "Ein sichtbarer Ausdruck der Verehrung Gottes, ein Ort des Gebetes und des Gottesdienstes. Das ist der Dom auch heute, nach 1.000 Jahren". Der Bischof erinnerte daran, dass sowohl das diesjährige Domjubiläum als auch das Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr durch ökumenischer Verbundenheit geprägt gewesen seien.

Bei einem Pontifikalamt am Sonntag warb Kohlgraf zudem für eine "menschenfreundliche" Kirche. "Ich glaube, dass wir mit unserer Botschaft Orientierung geben können, aber viele Menschen suchen die Antworten nicht mehr bei uns", so Kohlgraf bei seiner Predigt. Zu dem Gottesdienst hatten sich auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) angekündigt.

Dreyer hatte schon am Samstag den Dom als Ort gewürdigt, in dem zahlreiche Generationen von Menschen gebetet und Gottesdienste gefeiert, getrauert und Trost gefunden hätten. "Erst die Menschen, die den Dom besuchen, machen dieses großartige Denkmal zu einem lebendigen Ort und geben ihm eine Zukunft".

Der Wormser Dom wurde am 9. Juni 1018 von Bischof Burchhard im Beisein von Kaiser Heinrich II. geweiht. Burchard leitete das damals noch bestehende Bistums Worms, das nach der Französischen Revolution um 1800 aufgelöst wurde. Der Dom verlor damit seine Bedeutung als Bischofssitz. Er ist heute eine Pfarrkirche des Bistums Mainz. Zusammen mit den Domen von Mainz und Speyer gehört er zu den drei romanischen Kaiserdomen am Rhein.

Schauplatz einer Papstwahl

In seiner Geschichte war das Bauwerk wiederholt Schauplatz bedeutender Ereignisse. So wurde 1048 in Worms Papst Leo IX. gewählt, es war eine von nur zwei Papstwahlen auf deutschem Boden. Im Bischofshof neben dem Dom weigerte sich Martin Luther 1521 vor Kaiser Karl V., seine Lehren zu widerrufen, was dann zur Spaltung der Kirche führte.

In diesem Jahr begleiten zahlreiche Veranstaltungen das Jubiläum. Das Motto der Feiern lautet "Aufgeschlossen!" und ist angelehnt an den Petrusschlüssel, dem Wappen des einstigen Bistums Worms. (gho/dpa/KNA)

10.06.2018, 10.08 Uhr: ergänzt um Predigt von Bischof Kohlgraf

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