Abgang mit Turbulenzen
Kritiker wie Unterstützer Meisners eint die Überzeugung, dass eine der wichtigsten Personalentscheidungen in der katholischen Kirche ansteht, wenn der Erzbischof wie angekündigt spätestens im nächsten Monat in den Ruhestand tritt. Sein Amtsantritt in Köln jährt sich am 12. Februar zum 25. Mal. Am ersten Fastensonntag, also am 9. März, steht eine offizielle Geburtstags- und Abschiedsfeier auf dem Programm.
Bereits im Dezember meldeten sich reformorientierte Katholiken um den Kölner Historiker Rudolf Lill zu Wort. Sie lassen kein gutes Haar an der Amtszeit Meisners. In ihrer "Denkschrift" heißt es, dass die von Papst Johannes Paul II. 1989 betriebene Besetzung des Kölner Bischofsstuhles als eine "Wende nach rechts und damit gegen wichtige Vermächtnisse des Konzils" gewesen sei. Im Erzbistum Köln habe der Kardinal einen "bürokratischen Zentralismus" eingeführt und sich auf eine "kleine, aber finanziell potente traditionalistische und antikonziliare Minderheit" gestützt. Gefordert wird ein dialogbereiter Nachfolger.
Solidarisches Ehepaar begründez Internet-Initiative
Ganz solidarisch mit Meisner zeigt sich dagegen die von einem Kölner Ehepaar begründete Internet-Initiative www.meisnergebet.de. "Wir möchten Kardinal Meisner danken und gleichzeitig mit unserem Gebet die Suche nach einem geeigneten Nachfolger unterstützen", lautet das Anliegen. Inzwischen haben sich rund 1.000 Menschen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern eingetragen.