Akademiedirektor: Verhärtete Fronten in der Kirche
Der Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, Florian Schuller, sieht Defizite bei der innerkirchlichen Debattenkultur. Bei Streitthemen seien die "Fronten so verhärtet, dass eine Diskussion kaum möglich ist", sagte der Theologe der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München. "Ich glaube, die Leute sitzen immer noch in den Schützengräben." Sehr lebendig werde in seinem Haus dagegen die Debatte zum Verhältnis von Kirche und Staat geführt, berichtete Schuller. Die von den sieben bayerischen Bistümern getragene Akademie besteht am 1. Februar seit 60 Jahren.
Dialog zwischen Kirche und Welt
Schuller erinnerte an die Gründungsgeschichte katholischer Akademien in Deutschland. Diese seien nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Basis eines neuen Selbstverständnisses der Kirche entstanden. "Man suchte den Kontakt zu allen einigermaßen konstruktiven Kräften der Gesellschaft und wollte alte Hürden überwinden." Ziel sei ein Dialog zwischen Kirche und Welt auf Augenhöhe gewesen.
Das Jubiläum der Akademie werde nicht mit einem zentralen Festakt in München gefeiert, so der Direktor. Stattdessen fänden in den bayerischen Bistümern hochkarätig besetzte Podien mit den jeweiligen Bischöfen statt. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx trifft auf den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann auf den Künstler Markus Lüpertz. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke spricht mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. (KNA)