Am Sonntag ins Museum
Als "Hagia Sofia von Limburg" gilt die Stiftskapelle St. Sophia im Altenheim Heppelstift: Sie wurde im Stil byzantinischer Kirchen mit prächtigen Goldmosaiken von Mönchen aus Maria Laach ausgestattet. Der Domschatz und das Diözesanmuseum Limburg bieten anlässlich des Museumstages eine Führung an. Auch für die Sonderausstellung "Der Maler der Hl. Hildegard - Frauen und die Beuroner Kunst" über die Abtei St. Hildegard in Eibingen finden zwei Führungen statt. Sie sollen das Gesamtkunstwerk im Stil der Beuroner Schule vorstellen. Das Besondere: Die maßgeblich beteiligten Künstlerinnen waren Ordensschwestern.
Ehemalige Kirchengebäude bieten am Museumstag ebenso Führungen an, etwa die Alte St. Laurentius-Kirche in Schramberg-Sulgen: Das Kirchengebäude mit dem wehrhaften Turm aus dem 13. Jahrhundert wird seit 1979 als Ausstellungsstätte genutzt. Sehenswert ist das Kreuzigungsfresko des Künstlers Albert Birkle von 1932: Mit den kräftigen Farben und seiner Ausdrucksweise beherrscht es den Innenraum. Dazu wird es einen Vortrag über die Ausstellungen in der Kirche geben.
In Pfullingen findet eine Führung durch die Klosterkirche und das Areal des ehemaligen Klarissenklosters statt: Hier lebten und arbeiteten vom etwa 1300 bis zur Reformation 1539 Frauen nach dem Vorbild der Klara von Assisi. Die Kirche ist heute fast das einzige, was von dem Kloster übrig geblieben ist. Bemerkenswert ist außerdem das Pfullinger Sprechgitter: Außer ihm gab es für die Nonnen keine Möglichkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt. Im Waschhaus der Klosterkirche kann dazu die Ausstellung "Armut – Demut – Gehorsam, die Welt der Pfullinger Klarissen 1250-1649" besichtigt werden.
Katharinenkirche in Lübeck wieder zugänglich
Erst seit etwa einem Monat ist die Museumskirche St. Katharinen zu Lübeck wieder für Besucher zugänglich. Zuvor war sie wegen Renovierungen mehrere Jahre geschlossen. Am Museumstag gibt es zwei Führungen, die Besuchern die um 1300 errichtete Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters nahe bringen. In dem Backsteinbau ohne Turm sind auch die großen Keramikfiguren von Ernst Barlach und Gerhard Marcks in den Nischen zu sehen.
Krimifans kommen sicherlich bei Lesungen im Museum am Dom in Trier auf ihre Kosten: Passend zur Sonderausstellung "Nero und die Christen" werden einige Autoren dort witzige und skurrile Kriminalfälle rund um den römischen Kaiser und Trier vorlesen. Durch die Sonderausstellung gibt es zudem eine Führung. Unter dem Titel "Nero – Kaiser, Künstler, Tyrann" haben dem umstrittenen Herrscher zwei weitere Museen in Trier ihre Ausstellungen gewidmet: das Rheinische Landesmuseum Trier und das Stadtmuseum Simeonstift. Auch sie begehen den Museumstag mit besonderen Veranstaltungen.
Mitmachprogramm für Kinder
Für Kinder gibt es vielerorts ein Mitmachprogramm. Im Domschatz und Diözesanmuseum Limburg zum Beispiel können sie sich als Maler der heiligen Hildegard versuchen. Und das Wallfahrtsmuseum Neukirchen beim Heiligen Blut bietet eine Schatzsuche und ein Museumsrätsel für junge Besucher an.
Auf Inklusion setzt das Diözesanmuseum Paderborn zum Museumstag. Es bietet zwei spezielle Führungen durch die aktuelle Ausstellung an: Die erste wird in deutscher und arabischer Sprache durchgeführt – sie richtet sich vor allem an Flüchtlinge, die in Paderborn leben. Anschließend soll es eine Gelegenheit geben, sich über eigene und neue Lebenswelten auszutauschen. Die zweite will die Ausstellung Besuchern mit geistigen Behinderungen nahebringen. Dabei sollen besondere Kunstwerke in einfacher Sprache und mit besonderem Material anschaulich vermittelt werden.
Welche Museen welches Programm anbieten, können Sie auf der Internetseite des Internationalen Museumstags nachlesen.