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Sternsinger zu Besuch in Schloss Bellevue

Anklopfen beim Präsidenten

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Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt die Sternsingergruppe an seiner Tür zum Schloss Bellevue.
Berlin - Drei Mal klopft es. Der Bundespräsident öffnet die Tür. Dann überbringen 44 Sternsinger aus dem Bistum Mainz pünktlich zum Dreikönigsfest an diesen Sonntag ihren Segensgruß an Joachim Gauck. Der empfängt sie "mit tiefer, innerer Freude" in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue.

Im Vergleich zum Medienrummel im vergangenen Jahr - damals stand Gaucks Vorgänger Christian Wulff heftig in der Kritik - geht es diesmal eher beschaulich zu. Dazu trägt bei, dass an dem Empfang nicht nur die Eltern der Sternsinger sondern auch zahlreiche Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes mit ihren Familien teilnehmen.

Dennoch wirkt der als König verkleidete Samuel, der da gerade an die Tür gepocht hat, zusammen mit der neunjährigen Carmen anfangs recht nervös. Aber das Singen klappt gut - besonders, als sich die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, Daniela Schadt, mit einschaltet. Es ist ein harmonisches Bild: Die Kinder singen, Daniela Schadt ebenfalls - und Joachim Gauck schaut fröhlich drein.

Schon seit 1983 wird eine Abordnung der Sternsinger beim Bundespräsidenten empfangen. Derzeit ziehen, wie immer um den Jahreswechsel, in ganz Deutschland rund eine halbe Million Sternsinger von Haus zu Haus. Sie bringen den Segensgruß "Christus mansionem benedicat" - "Christus segne dieses Haus". Und sammeln Spenden für Kinder-Hilfsprojekte weltweit.

Gauck: Auch als Erwachsene großes Herz bewahren

"Die Sternsinger tun ein Werk, dass man ohne Worte versteht", lobt Gauck die Aktion. "Ihr seid nicht zu klein, um große Taten zu vollbringen", meint er. Doch der Bundespräsident fügt auch einen Wunsch an: Wenn die Sternsinger einmal erwachsen seien, sollten sie nicht vergessen, wie sie sich einst als Kinder eingesetzt hätten.

Die Nächstenliebe, die sie als "Heilige Drei Könige" bewiesen, heiße in der Welt der Erwachsenen und Politiker "Solidarität". Doch leider hätten viele "große" Menschen ein kleines oder sogar hartes Herz.

Die jährliche Aktion Dreikönigssingen gibt es seit 1959. Rund 814 Millionen Euro Spenden kamen bislang für benachteiligte Kinder in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa zusammen. Allein im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger 42,4 Millionen Euro. Eine Summe, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits am Freitag beim Sternsingerempfang im Bundeskanzleramt als "unglaublich beeindruckend" würdigte.

Verbandskasten für den Bundespräsidenten

Die verkleideten Jungen und Mädchen schenken Gauck einen Verbandskasten - als Symbol für das Motto der diesjährigen Aktion "Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit!". Denn dieses Jahr steht die medizinische Versorgung von Kindern im Mittelpunkt. Die neunjährige Kyla legt noch ein Dreieckstuch in den Kasten. Sie erklärt, ein solches Tuch schütze verletzte Körperteile. Mit einem Schmunzeln fügt das Mädchen, das eine Fußschiene trägt, hinzu: "Ich weiß wovon ich rede."

Die Sternsinger erhoffen sich vom Bundespräsidenten, dass er sich für die Kinder auf der ganzen Welt einsetzt. Gauck verspricht das und versichert ihnen, der Verbandskasten werde ihm eine Erinnerung sein: "Ich habe nicht nur ein Amt, sondern auch ein Herz."

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