Auch für Ungetaufte attraktiv
Die Studie ergab zugleich, dass die christliche Prägung dieser Kitas immer schwieriger sicherzustellen ist. Derzeit sind 74 Prozent der Erzieherinnen katholisch, 16 Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an, 10 Prozent sind konfessionslos. Die Kitas berichteten über wachsende Probleme, christlich geprägtes Personal zu finden. Entsprechend wachse der Bedarf an Fortbildungen zu Glaubensthemen.
Mehr als drei Viertel der Kitas schätzten ihren Einfluss auf die Entwicklung der benachbarten Kirchengemeinden zugleich als positiv ein. Die zunehmenden Gemeindefusionen erschwerten jedoch die Zusammenarbeit mit den Seelsorgern, deren Aufgabenbereiche wüchsen.
Wichtig für Weitergabe des christlichen Glaubens
Bei einer Fachtagung zur Studie hob der Berliner Erzbischof Heiner Koch die Bedeutung der konfessionellen Kitas hervor. Sie seien "ein unverzichtbarer Teil" des kirchlichen Engagements. Der "Familienbischof" der Deutschen Bischofskonferenz warnte davor, dass sie bei der Bildung größerer Kirchengemeinden zu "isolierten Inseln" würden. Vielmehr müsse die religiöse Fortbildung der Erzieherinnen verstärkt werden. Ideal wäre es, wenn dies innerhalb des jeweiligen Kita-Teams erfolge.
Auch der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, betonte, kirchliche Kitas würden für die Weitergabe des christlichen Glaubens immer wichtiger. Allein in Ostdeutschland kämen dort täglich 12.000 Kinder mit der Kirche in Berührung. Dies sei jedoch Kirchenverwaltungen und Seelsorgern noch nicht ausreichend bewusst. Das Bonifatiuswerk mit Sitz in Paderborn fördert katholische Einrichtungen und Initiativen in Minderheitenlage. Es unterstützt jeden katholischen Kita-Platz in den neuen Bundesländern mit jährlich 49 Euro für religionspädagogische Materialien und Fortbildungen. In allen ostdeutschen Bistümern machen die Katholiken weniger als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung aus. (KNA)