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Bischöfe beenden ihre Frühjahrs-Vollversammlung in Trier

Auf der Suche nach der Zukunft

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Treffen sich regelmäßig im Frühjahr und Herbst zu ihrer Vollversammlung: Die deutschen Bischöfe.
Trier - Es hatte fast etwas von einem Konklave: Abgeschottet von der Öffentlichkeit haben die deutschen Bischöfe vier Tage lang in Trier ihre traditionelle Frühjahrs-Vollversammlung abgehalten. Nur selten - zu Pressegesprächen und Gottesdiensten - verließen die Hirten das hermetisch abgeriegelte Tagungszentrum am Rande der Trierer Innenstadt, um sich Journalisten und Gläubigen zu zeigen. Die Beratungen der 66 Bischöfe und Weihbischöfe fanden jedoch wie gewohnt hinter verschlossenen Türen statt.

Dass dabei auch zahlreiche heikle Themen zur Sprache kommen würden, war schon vor Beginn der Versammlung klar gewesen. Schließlich stand das Treffen ganz unter dem Eindruck des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. und der zahlreichen Negativ-Schlagzeilen, denen sich die Kirche seit Wochen gegenüber sieht.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bestätigte am Donnerstag zum Abschluss, dass diese Vollversammlung "anders als viele zuvor" gewesen sei. Als roter Faden habe sich die Frage nach der Zukunft der Kirche durch die Beratungen gezogen. "Vor uns liegen manche Weichenstellungen in der Kirche", mahnte Zollitsch. Bisweilen könne die gegenwärtige Situation der Kirche bedrücken, "vor allem, wenn wir spüren, dass es kaum gelingt, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen".

Papst, Frauen und Pille

Als wichtigste Themen der Vollversammlung nannte Zollitsch den bevorstehenden Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI., den Studientag zur Rolle der Frauen in der Kirche sowie die Diskussionen über die "Pille danach" . Die Debatte über dieses Thema war kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden, nachdem der Fall einer mutmaßlich vergewaltigten Frau und ihrer Abweisung durch zwei katholische Krankenhäuser in Köln bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die Bischöfe hätten bei ihren Beratungen bekräftigt, dass Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung geworden seien, in katholischen Kliniken "selbstverständlich menschliche, medizinische, psychologische und seelsorgliche Hilfe" erhielten, so Zollitsch. Dazu könne auch die Verabreichung einer "Pille danach" gehören, wenn sie eine verhütende und keine abtreibende Wirkung habe. "Medizinisch-pharmazeutische Methoden, die den Tod eines Embryos bewirken, dürfen weiterhin nicht angewendet werden", stellte der Erzbischof klar. Zugleich kündigte er an, dass die Bischöfe bei diesem Thema auch weiterhin Klärungsbedarf sähen und deshalb "entsprechende Gespräche" mit Fachleuten führen wollten.

Mit Blick auf die Rolle der Frauen in der Kirche erläuterte Zollitsch die Ergebnisse des Studientages der Bischöfe am Mittwoch. Der Erzbischof betonte dabei das Ziel der Bischofskonferenz, das Wirken von Frauen in der Kirche sichtbarer zu machen und ihren Anteil an Leitungsaufgaben jenseits von Weihe-Ämtern deutlich zu erhöhen. Außerdem referierte er Aussagen eines Vortrags von Kurienkardinal Walter Kasper, der auf die Ebenbürtigkeit von Mann und Frau hingewiesen hatte.

Respekt für Papst Benedikt XVI.

Zum Rücktritt von Benedikt XVI. brachte Zollitsch noch einmal den Respekt und die Wertschätzung der Bischofskonferenz gegenüber der Entscheidung des Kirchenoberhaupts zum Ausdruck. "Der Heilige Vater hat mit seiner Entscheidung einen mutigen Schritt gewagt", so der Konferenz-Vorsitzende wörtlich. Es sei aufrichtig und konsequent, dass der Papst die Grenzen seiner Kräfte erkannt habe und den Weg für einen "kraftvollen Papst" frei mache.

In seiner Abschluss-Erklärung nahm Zollitsch auch Stellung zum kirchlichen Missbrauchsskandal. Am Sitz des katholischen Missbrauchsbeauftragten, Bischof Stephan Ackermann, betonte er den "umfassenden Maßnahmenkatalog", den die Bischöfe nach der Aufdeckung der Missbrauchsfälle vor drei Jahren vorgelegt hätten. Entgegen des zuletzt in der Öffentlichkeit entstandenen Eindrucks lasse die katholische Kirche auch weiterhin bei der Aufarbeitung nicht nach, sagte Zollitsch mit Blick auf die Diskussionen um die im Januar beendete Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.

Von Steffen Zimmermann

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