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Der Limburger Bischof in Bedrängnis

Bedeckte Tage

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Links im Bild eine große Mauer, rechts der Limburger Dom.
Limburg - Ich war damals glücklich und gespannt auf das, was mich alles im Bistum erwarten wird." So lautete im Januar die Bilanz von Franz-Peter Tebartz-van Elst zu seiner bis dahin fünf Jahre dauernden Amtszeit als Bischof von Limburg. Und: Es habe viel Sonnenschein gegeben und erfolgreiche Neuanfänge, aber auch bedeckte Tage mit Kritik und Unverständnis. Nun gibt es anscheinend nur noch bedeckte Tage.

Am Donnerstag teilte die Hamburger Staatsanwaltschaft mit, dass sie gegen den Bischof Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Versicherung in zwei Fällen beantragt habe. Unabhängig davon wurde Anfang der Woche bekannt, dass sich die Kosten für den Bau des Diözesanen Zentrums mit bischöflichem Haus am Limburger Domberg auf rund 31 Millionen Euro belaufen - etwa sechsmal so viel wie bei Beginn der Bauarbeiten veranschlagt. Auch dafür wird der Bischof mitverantwortlich gemacht. Es folgten Rufe nach einem Rücktritt ebenso wie Bekundungen der Solidarität.

Schon nachdem Tebartz-van Elst 2008 in Limburg die Nachfolge von Bischof Franz Kamphaus angetreten hatte, dauerte es nicht lange, bis erste Kritik laut wurde. Wesentlicher Auslöser dafür war ein von Tebartz-van Elst in Gang gesetzter Prozess mit dem Ziel, die Seelsorgestrukturen neu zu gestalten, größere pastorale Räume zu schaffen. Dem Bischof wurden "klerikaler Dünkel" und ein "autoritärer Kurs" vorgeworfen. Priester des Bistums beklagten eine "Atmosphäre lähmender Furcht" und "intransparente Entscheidungsprozesse".

Wende zum Besseren war in Sicht

Vor allem mit Blick auf die Baumaßnahme am Domberg wurde der Vorwurf laut, Tebartz-van Elst sei ein Verschwender. Die Frage nach den tatsächlichen Kosten blieb bis Montag unbeantwortet. Und dann also: rund 31 Millionen Euro. Das Geld soll aus dem Topf des Bischöflichen Stuhls kommen, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dessen Vermögensverwaltungsrat erklärte: "Wir sind durch den Bischof von Limburg hinter das Licht geführt worden."

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Mitte September hatte es im Bistum Limburg noch nach einer Wende zum Besseren ausgesehen. Aus Rom war Kurienkardinal Giovanni Lajolo als Sondergesandter des Papstes zu einem "brüderlichen Besuch" gekommen.

In einer auch von Lajolo unterzeichneten Erklärungkündigte Tebartz-van Elst an, eine Sonderkommission der Deutschen Bischofskonferenz solle Kosten und Finanzierung des Diözesanen Zentrums überprüfen. Beim Kreuzfest des Bistums bat der Bischof im Beisein von Lajolo alle Menschen, die er "enttäuscht und verletzt" habe, um Verzeihung und Nachsicht.

Und jetzt noch der Antrag auf Strafbefehl aus Hamburg. Darin fordert die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe für den Bischof. Im Kern geht es um die Berichterstattung von "Spiegel" und "Spiegel online" über einen Indienflug des Bischofs und seines Generalvikars in der Ersten Klasse im vergangenen Jahr.

"Dass sich Gottes Plan für mein Leben erfüllt"

In einer eidesstattlichen Versicherung vor dem Hamburger Landgericht hatte der Bischof bestritten, gegenüber einem "Spiegel"-Redakteur den Erste Klasse-Flug geleugnet zu haben.

In einem Video-Mitschnitt des Gesprächs allerdings bestreitet der Bischof den Erste Klasse-Flug. Er antwortet auf den Vorhalt des Redakteurs "Aber Erster Klasse sind Sie geflogen" mit "Business-Class sind wir geflogen". In der Folge erstatteten drei Privatpersonen Strafanzeige gegen den Bischof.

Wie aber konnte Tebartz-van Elst, der aus dem niederrheinischen Kevelaer-Twisteden stammt, in eine solche Lage geraten? Auch Kritiker bescheinigen ihm, der vor seiner Bischofsweihe Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft war, ein hohes intellektuelles Niveau.

Und von persönlichen Begegnungen mit Tebartz-van Elst wird nicht selten berichtet, dieser Mann sei interessiert, freundlich, höflich. Einmal gefragt, was er im Leben erreichen möchte, antwortete Tebartz-van Elst: "Menschen zu Christus führen." Und: "Dass sich Gottes Plan für mein Leben erfüllt."

Von Peter de Groot (KNA)

Erzbischof Zollitsch zur Situation im Bistum Limburg

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat sich zur aktuellen Entwicklung im Bistum Limburg geäußert. Katholisch.de dokumentiert die Stellungnahme im Wortlaut: "Der heute von der Staatsanwaltschaft Hamburg veröffentliche Antrag auf Erlass eines Strafbefehls gegen den Bischof von Limburg bewegt mich sehr. Den Vorgang verfolgen wir aufmerksam und mit großer Sorge. Es steht mir nicht zu, über den Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg oder den Bischof von Limburg zu urteilen. Ich bin sicher, dass sich der Bischof gründlich und mit der notwendigen Selbstkritik mit dieser Entwicklung auseinandersetzt. In der kommenden Woche werde ich in Rom darüber auch mit dem Heiligen Vater sprechen. Insgesamt nehme ich die Situation im Bistum Limburg sehr ernst. Die vom Bischof erbetene Prüfungskommission habe ich eingesetzt. Sie wird in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. Wie lange die Untersuchung dauert, kann ich im Moment noch nicht sagen. Der Prüfungskommission gehören interne und externe Experten an. Über die Namen ist Vertraulichkeit vereinbart worden. Das Team hat einen dreifachen Auftrag: die Klärung der Kosten, der Finanzierung und der Entscheidungswege."

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