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Betroffenen-Beirat hat sich im September konstituiert

Bedford-Strohm zu Missbrauch: "Gründlichkeit vor Schnelligkeit"

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Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
Hamburg - Bei der Aufklärung von sexuellem Missbrauch in der evangelischen Kirche geht für den Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm "Gründlichkeit vor Schnelligkeit". Die beiden Kirchen würden an die Aufklärung unterschiedlich herangehen.

Bei der Aufklärung und Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen der evangelischen Kirche setzt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auf "Gründlichkeit vor Schnelligkeit". Das sagte er am Sonntag in einem "Spiegel"-Interview auf die Frage, ob die evangelische Kirche hier langsamer sei als die katholische: "Die Strukturen beider Kirchen unterscheiden sich und das führt zu teilweise unterschiedlichen Herangehensweisen."

Sexualisierte Gewalt betreffe alle gesellschaftlichen Bereiche, ergänzte der bayerische Landesbischof. Deshalb arbeite man auch mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zusammen: "Wir haben vor zwei Jahren einen 11-Punkte-Handlungsplan aufgestellt, von dem alle Teile bearbeitet oder auf den Weg gebracht sind. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Betroffenen-Beirats, der sich im September konstituiert hat." Auch eine rund 3,6 Millionen Euro teure wissenschaftliche Studie stehe unmittelbar vor dem Start. Manches habe - auch wegen Corona - länger gedauert als gedacht, "aber es geht deutlich voran".

Auf die Anmerkung, dass die katholische Kirche ihre Zahlungen in Anerkennung des Leids auf bis zu 50.000 Euro erhöht habe, entgegnete Bedford-Strohm, die evangelische Kirche habe schon sehr früh auf individuelle Anerkennungsleistungen gesetzt: "Bis jetzt wurden auf diesem Weg rund 7,4 Millionen Euro an materiellen Leistungen an Betroffene gezahlt. Jeder Fall wird individuell entschieden." In den Landeskirchen gebe es unabhängige Kommissionen aus Juristen, Psychologen und Kirchenvertretern, die dafür verantwortlich sind: "Sie orientieren sich an vergleichbaren Schmerzensgeldern." (KNA)

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