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Björn Odendahl über die Ernennung Heiner Kochs zum Erzbischof

Bischöfe mit "Ausstiegsklausel"

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Schachfigur
Bonn - Björn Odendahl über die Ernennung Heiner Kochs zum Erzbischof

Als Rheinländer habe er sich in Dresden-Meißen zu Beginn als Exot gefühlt, sagte Bischof Heiner Koch kürzlich. Mittlerweile kennt er sich jedoch nicht nur in der ostdeutschen Diaspora hervorragend aus, sondern hat als Vorsitzender der Familienkommission auch das nötige "kirchenpolitische Gewicht", um künftig die Hauptstadtdiözese zu leiten. Kurzum: In Berlin ist er der richtige Mann am richtigen Ort. Das Problem ist vielmehr ein anderes. Es ist nicht die richtige Zeit.

Gerade einmal zwei Jahre war Koch Oberhirte von Dresden-Meißen. Eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass die Ernennung zum Diözesanbischof eigentlich qua Amt mit Kontinuität einhergehen soll. Ein Bischof muss seine Diözese kennenlernen: ihre Mitarbeiter, ihre Gläubigen, ihre Finanzen, ihre Probleme und Chancen. Er soll ein pastorales Konzept auf den Weg bringen und muss Entscheidungen treffen, die häufig mit enormen finanziellen und personellen Konsequenzen verbunden sind. Und eigentlich muss er diese Konsequenzen danach auch mittragen.

Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gesellschaft einem immer rasanteren Wandel unterliegt, sollte das Bischofsamt für Kontinuität stehen und Identifikationsmöglichkeit sein. Denn die katholische Kirche ist seit jeher Bischofskirche. Doch ausgerechnet die Ostbistümer werden immer mehr zur Durchgangsstation, deren Bischöfe "Ausstiegsklauseln" besitzen, die dann greifen, wenn eine "bedeutendere" und reichere Diözese ruft. Dabei sind gerade in der Diaspora gute Bischöfe nötig, weil sie mit geringen Mitteln viel erreichen müssen. Aber auch, weil sie die Möglichkeit haben, dort Kirche zu sein, wo es noch Wachstumspotenzial gibt. Dazu braucht es Mut und Kreativität.

Doch offenbart das deutsche "Bischof-wechsel-dich", das in den letzten Jahren auch Westbistümer wie Essen und Trier getroffen hat, noch ein gravierenderes Problem. Es mangelt der Kirche an Vertrauen in den Nachwuchs. Dabei gibt es sie doch noch: die ideenreichen Gemeindepfarrer, die engagierten Jugendseelsorger und die charismatischen Theologieprofessoren, die allesamt gute Bischöfe wären. Auch wenn man das in Rom anscheinend anders beurteilt.

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