Bischof Dieser: Reformen aus dem Glauben sind österlich und erlösend
Der Aachener Bischof Helmut Dieser hat dazu aufgerufen, trotz aller Krisen und schwierigen Reformdiskussionen in der Kirche nicht zu verbittern, sondern Kraft und Freude aus dem Glauben an Jesus Christus zu ziehen. "Wie der Weg der Kirche in unserem Land weitergeht, weiß keiner von uns", sagte Dieser am Sonntag bei der Ludgerus-Prozession in Essen laut Pressemitteilung des Bistums Essen. "Doch der Glaube an das Kreuz unseres Herrn und seine alleinige erlösende Kraft bewahrt uns davor, bitter zu werden, hart zu werden, depressiv oder mutlos nur das Ende herbeizureden."
Dieser empfahl, um Reformen in der Kirche zu ringen und neue Wege für die Seelsorge, die Verkündigung und Gemeindeformen zu finden – immer im Glauben daran, dass Jesus durch den Tod hindurch das Leben neu gemacht habe. "Reformen, die aus Glauben und aus Loslassen kommen, sind österlich und erlösend", betonte der Aachener Bischof. "Retten und Bewahren, das uns ans Eigene und Bisherige fesselt, ist tödlich und führt zum Verlieren."
"Seien wir freundlich und gütig zueinander und zu unseren Zeitgenossen"
Er rief dazu auf, aus dem österlichen Glauben heraus "heute gelassene, zuversichtliche Menschen" zu sein. "Seien wir freundlich und gütig zueinander und zu unseren Zeitgenossen." Eine solche Haltung sei nicht nur in der Kirche wichtig, "sondern auch in den vielfältigen Krisen und Umbrüchen, Radikalisierungen und Polarisierungen unserer Gesellschaft".
Die Ludgerus-Wallfahrt geht auf das Jahr 1128 zurück. Die Gläubigen und Mönche des 300 Jahre zuvor von Liudger gegründeten Klosters gaben damals das Gelübde, die Gebeine des Heiligen Liudger in einer jährlichen Prozession durch die Straßen zu tragen, um für die Abwehr einer Hungersnot zu danken. (cbr)