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Vorgekommen wie "Bischof von Absurdistan"

Bischof Feiges Amtsfazit: Erstaunt über eigenes Durchhalten

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Magdeburg - Der Ruhestand naht: Bischof Feige bilanziert seine Amtszeit, Höhepunkte und Krisen – und nennt Pläne für die Zukunft.

Zum Ende seiner über 20-jährigen Amtszeit hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige Bilanz gezogen und mit einem Appell verbunden. "Kirche kann auch heute weiterhin Orientierung und Heimat geben", sagte er am Mittwoch in Magdeburg. Das müsse aber von Weite geprägt und ideologiefrei sein, motivierend für das eigene Leben und den Einsatz in der Gesellschaft. "Kirche wird mehr eine Gemeinschaft von bewusst Entschiedenen sein, wobei die Vielfalt dennoch bleibt." Wichtig sei auch, Neues auszuprobieren, um die Werte des Christentums zu vermitteln. Am 19. November wird Feige 75 Jahre alt. Sein Rücktrittsgesuch hat er bereits an Papst Leo XIV. geschickt. Er gehe davon aus, dass seiner Bitte entsprochen werde, erklärte Feige. Er ist seit dem 16. April 2005 Bischof des Bistums Magdeburg.

Feige dachte nach eigenem Bekunden nie an einen vorzeitigen Ruhestand. "Auch wenn ich gegen Ende manchmal gesagt habe, ich komme mir vor, als sei ich der Bischof von Absurdistan", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Ehrlich gesagt: Ich staune selbst, durchgehalten zu haben." Feige führt sein Durchhaltevermögen auch auf familiäre Prägungen zurück: "Von meiner Mutter habe ich Pflichtbewusstsein und einen Hang zur Perfektion mitbekommen. Von meinem Vater die Freude am Leben und eine reichliche Portion Humor." Geholfen hätten ihm zudem viele Mitarbeitende und Freunde, "die mich bestärkt und ermutigt, manchmal aber auch getröstet haben". Dafür sei er sehr dankbar. Feige hatte schon früh vor der in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextremen AfD gewarnt und war für seine klare Haltung und zahlreichen öffentlichen Positionierungen nach eigenen Worten auch Zielscheibe von Hassmails, Beschimpfungen und Diffamierungen geworden.

Höhepunkte der Amtszeit

Seine Amtszeit beschrieb er als einen Lernprozess: "Ich habe mit meinen Möglichkeiten und Beschränkungen versucht, diese Zeit zu gestalten." Er sehe den Bischofsdienst nicht wie die Leitung eines Unternehmens. "Ich bin eher ein verantwortlicher Wegbegleiter dieser Schicksalsgemeinschaft von Kirche." Er sei dankbar für die vielfältigen Erfahrungen, Begegnungen und Erlebnisse. Zugleich räumte er ein: "Es ist keine euphorisch-kirchliche Zeit, in der wir leben." Als Höhepunkte seiner Amtszeit nannte Feige unter anderem die Gründung der "Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt" 2014, die Fahrten "Mit Luther zum Papst" mit bis zu 1.000 jungen Ostdeutschen (2016 und 2023), das Reformationsgedenken 2017 sowie die 25-Jahr-Feier des Bistums Magdeburg 2019.

Seit 2012 bis September dieses Jahres war Feige Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Ab 2014 gehörte er fast zehn Jahre dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen an. Der Bischof räumte ein: "Immer wieder bestand meine Aufgabe auch darin, Schaden zu begrenzen, dem Mangel etwas Positives abzugewinnen, nach neuen unpopulären Lösungen zu suchen und Hoffnung zu vermitteln." Als Krisen benannte er große wirtschaftliche Probleme durch die bistumseigene Gero AG Anfang der 2000er-Jahre, den Missbrauchsskandal, die Corona-Pandemie, rückläufige Gelder sowie Kirchenaustritte und Überalterung. Dem Bistum gehören noch rund 67.000 Katholiken an.

Pläne für den Ruhestand

Große Pläne für den bevorstehenden Ruhestand hat Feige nach eigenem Bekunden noch nicht. Er sei erst einmal froh, Verantwortung abzugeben, und hoffe, dass der Druck dann nachlasse und er das Leben etwas gemütlicher angehen könne. Zudem will er Kontakte zu Freunden und Verwandten intensivieren, wieder mehr ins Theater und in Konzerte gehen, reisen und möglicherweise sein altes Klavier reaktivieren. Zu seinem Abschied veröffentlichte das Bistum einen Sammelband mit zentralen Ansprachen und Interviews aus Feiges Amtszeit; die Publikation kann ab sofort auf der Bistums-Website kostenlos heruntergeladen werden.

Feige kam 1951 in Halle an der Saale zur Welt. 1978 wurde er zum Priester geweiht. Er war zunächst als Seelsorger in Salzwedel und Magdeburg tätig. Der Promotion 1988 folgte ein einjähriger Studienaufenthalt in Rom. Seit 1989 war Feige Dozent am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt, seit 1994 lehrte er dort als Professor für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde. Feige wurde 1999 zunächst Weihbischof in Magdeburg. Nach dem altersbedingten Rücktritt von Leo Nowak 2004 leitete er das Bistum übergangsweise als Diözesanadministrator und wurde im Februar 2005 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Magdeburg ernannt.

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