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Münsteraner Bischof Genn wünscht schnelle Regierungsbildung

Bischof fordert: Parteien sollen "zu Potte kommen"

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Bonn - Die zähe Regierungsbildung in Berlin ärgert viele Bürger - darunter Münsters Bischof Felix Genn. Er will endlich Ergebnisse sehen. An zwei Parteiführer appelliert er dabei besonders.

Münsters katholischer Bischof Felix Genn ärgert die schleppende Regierungsbildung in Berlin. Die Parteien hätten einen klaren Auftrag vom Wähler erhalten, sagte er im Interview der "Westfälischen Nachrichten" (Samstag). "Und jetzt sollten sie sehen, dass sie zu Potte kommen." Die deutsche Politik sollte auf Frankreich schauen, mit dessen neu gewähltem Präsidenten man Europa stabilisieren könne. "Die internen Probleme müssen wir doch gelöst bekommen. Ich kann dieses Gerangel um einzelne Punkte kaum verstehen", sagte Genn.

Appelle an Schulz und Lindner

Er rief Politiker wie SPD-Chef Martin Schulz oder den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner dazu auf, über ihre Schatten zu springen: "Schauen Sie nicht nur auf sich selbst, sondern auf das große Ganze, was heute in dieser Gesellschaft und in Europa vonnöten ist."

Auch der Passauer katholische Bischof Stefan Oster appellierte im Deutschlandfunk an die Politik in Berlin, "möglichst bald eine stabile Regierung" zu bilden. Vor allem in Europa-Fragen sei es "nicht gut, wenn wir zurzeit nicht so entscheidungsfähig sind". Er habe "nicht so wahnsinnig viel übrig für das Thema Minderheitsregierung". Der Bischof äußerte Verständnis für die Zurückhaltung der SPD. Zugleich betonte er: "Zugunsten des Landes ist es wichtig, dass wir eine stabile Regierung kriegen." (KNA)

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