Bischof Jung: Gelegenheits-Gottesdienstbesucher sind mir willkommen
Der Würzburger Bischof Franz Jung freut sich an Weihnachten auch über jene Gottesdienstbesucher, die sonst eher weniger in die Kirche gehen. "Das zeigt doch, dass sie mehr suchen als nur Essen, Trinken und Geschenke", sagte Jung im Interview mit dem Anzeigenblatt "PrimaSonntag" in Aschaffenburg. "Es ist eine Chance anderen von dem zu künden, was uns als Christen erfüllt und was der Grund unserer Hoffnung ist." Wenn die Weihnachtszeit trotz allen Trubels "den Menschen von heute etwas Ruhe im Leben geben kann, ist das schon gut".
Die Kirche müsse sich erneut ganz auf ihre frohe Botschaft konzentrieren, forderte Jung. Die Menschen müssten spüren, dass Gott da sei. "Um das deutlich zu machen, muss unser Einsatz besonders den Menschen am Rande der Gesellschaft gelten, den Notleidenden unserer Tage." Es brauche zudem kontemplative Orte und Zeiten des Gebets, der Besinnung und der Stille, so der Bischof. "Viele Menschen heute suchen neue Formen und Wege, Gott zu begegnen. Als Kirche müssen wir hier sehr kreativ sein."
Zu Weihnachten immer Lende im Blätterteig
Er selbst wünsche sich vor allem Frieden in einer Welt voller Konflikte, außerdem Gemeinsamkeit und Solidarität in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft und den Einsatz vieler Menschen für die Bewahrung der Schöpfung, sagte Jung.
Der Bischof verriet zudem, was in seiner Familie zu Weihnachten traditionell gegessen wird: "Meine Mutter zaubert immer eine köstliche Lende im Blätterteig." Er selbst werde aber aufgrund seiner Verpflichtungen erst nach den Feiertagen heimfahren können, um seine Eltern und die Geschwister mit ihren Familien zu treffen, so Jung. (tmg/KNA)