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Grußwort bei EKD-Synode

Bischof Jung: Ökumene für die katholische Kirche unverzichtbar

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Bischof Franz Jung spricht
Würzburg - Bei der EKD-Synode hat Bischof Franz Jung die Bedeutung der Ökumene betont. Die Kirchen müssten zudem Demokratie und Zusammenhalt stärken.

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat die Bedeutung der Ökumene betont. "Für die katholische Kirche ist die Ökumene seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil integraler Bestandteil ihres Selbstverständnisses und damit unverzichtbar", sagte Jung am Sonntag in einem Grußwort zur Eröffnung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Jung erinnerte an das Christusfest, das 2017 aus Anlass von 500 Jahren Reformation in Deutschland gemeinsam gefeiert worden sei. "In einem Prozess der Heilung der Erinnerungen haben wir uns den Verwundungen aus der Vergangenheit gestellt und einander zugesagt, in hoher gegenseitiger Wertschätzung auf dem Weg zur sichtbaren Einheit bleiben zu wollen." Auf diesem Weg liege nun als nächste große Etappe der 500. Jahrestag der Confessio Augustana vor den Kirchen. "Es wäre schön, wenn uns dieser Anlass weiter dazu antreibt, das Verbindende unter uns zu suchen und zu festigen."

"Friedliches Zusammenleben ist gefährdet"

Der Bischof des Bistums Würzburg mahnte zudem die Verantwortung der Kirchen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt an: "Angesichts tiefgreifender Spaltungen und des Erstarkens von Extremismus ist das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft gefährdet." In dieser Situation müssten die christlichen Kirchen dazu beitragen, verbindende Kräfte zu stärken, um ein immer weiteres Auseinanderfallen der Gesellschaft zu verhindern. "Es ist unsere Aufgabe, die Demokratie zu stützen als jene Gesellschaftsform, die Konflikte friedlich zu moderieren vermag und eine Verständigung in der Mitte ermöglicht."

Weiter erinnerte Jung in seiner Rede an die Ergebnisse der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD im Herbst 2023, an der sich erstmals auch die Deutsche Bischofskonferenz beteiligt hatte. "Deutlich wurden uns dabei die zunehmenden Säkularisierungstendenzen in ganz Deutschland vor Augen geführt. Diese Entwicklung stellt die Kirchen vor große Herausforderungen. Wir stehen in einer Zeit großer Umbrüche." Das gelte auch für die Weitergabe des Glaubens. Hier sei zunächst entscheidend, die freie Entscheidung jedes Menschen für oder gegen den christlichen Glauben zu respektieren. "Demütig müssen und dürfen wir uns auch eingestehen, dass wir den Glauben nicht 'machen' können. Gott selbst ist es, der immer wieder den Glauben in Menschen erweckt."

Kirchen sollen "Hoffnungsträger" sein

Der Glaube an Gott schenke Hoffnung und mache den Menschen zum Hoffnungsträger für andere. "Seien wir gerade in unruhigen Zeiten solche Hoffnungsträger, fest in Christus gegründet und sensibel für die Sorgen und Nöte der Menschen", appellierte Jung. Eine besondere Verantwortung hätten die Kirchen dabei für die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stünden, weil sie in Armut lebten, existenzielle Krisen erlitten oder aus ihrer Heimat fliehen müssten. "Seien wir gemeinsam, auch mit unseren großen Trägern der Diakonie und der Caritas, das menschenfreundliche Gesicht Gottes in unserer Zeit“, so Jung.

Die Synode der EKD, die noch bis 11. November in Würzburg tagt, ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie beschließt unter anderem den Haushalt und Kirchengesetze.

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