Suche
Mehrheit der Muslime Partner im Kampf gegen Islamismus

Bischof Meier: Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit bekämpfen

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Der Augsburger Bischof Bertram Meier bei einer Pressekonferenz
Würzburg - Es geht um beides, sagt der Augsburger Bischof: Man müsse sowohl gegen Antisemitismus als auch gegen Muslimfeindlichkeit vorgehen. Die Mehrheit der Muslime sieht er als Partner im Kampf gegen Islamismus.

Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit müssen nach Worten des Augsburger Bischofs Bertram Meier gleichermaßen bekämpft werden. "Wer Juden bedroht und das Existenzrecht Israels bestreitet, muss mit klarem Widerspruch rechnen, und wo Straftaten vorliegen, mit dem Staatsanwalt", sagte Meier der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost". "Ebenso klar sage ich: Auch Muslimfeindlichkeit müssen wir als Problem ernst nehmen. Die Kirche tritt jeder Form der Feindschaft gegen Menschen wegen ihres Glaubens entschieden entgegen."

Muslimisches Leben sei mittlerweile ein fester Teil der Gesellschaft geworden, so der Bischof. Er war kürzlich zum Vorsitzenden der Kommission "Ökumene und interreligiöser Dialog" der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Die Entwicklung gelte es weder auszublenden noch zu dramatisieren: "Ich wünsche mir ein Land, das seine christlichen Wurzeln nicht verleugnet und in dem zugleich niemand Bürger zweiter Klasse ist."

Partner und nicht Gegner

Auf die Frage, ob interreligiöser Dialog auch etwas gegen Islamismus bewirken könne, sagte Meier: "Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland hält die freiheitlich-demokratische Grundordnung für die beste Staatsform. Sie sind Partner und nicht Gegner, wenn es darum geht, den gewaltbereiten Islamismus zu bekämpfen." Extremistischen und gewaltbereiten Tendenzen aus allen Richtungen müsse der Rechtsstaat entgegentreten.

Die größte Überzeugungskraft habe meist ein Dialog, so der Bischof. "Überall dort, wo Muslime gemeinsam mit anderen Dialogpartnern an sozialen Projekten mitwirken, sich an Gedenkveranstaltungen beteiligen, jüdische Einrichtungen besuchen oder öffentlich gegen extremistische Tendenzen auftreten, wird erlebbar, dass Dialog keine Einbahnstraße ist. Solche Initiativen gibt es, und wir sollten sie besser sichtbar machen und fördern."

Meier erinnerte an "Zeichen der Wertschätzung", die vorherige Päpste bei ihren Reisen in die islamische Welt gesetzt hätten. Sie hätten immer wieder dazu beigetragen, die Lage der Christen im Nahen und Mittleren Osten zu verbessern. Auch auf muslimischer Seite habe es Gesten der Annäherung und des Respekts gegeben. Wichtig sei, sich für die Religionsfreiheit aller Menschen einzusetzen. Über Unterschiede zwischen den Religionen müsse "redlich und respektvoll" gesprochen werden.

kna-katholisch-swarm-node1 (0.001s)