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Deutsches Diaspora-Hilfswerk stellt Jahresbilanz 2017 vor

Bonifatiuswerk: 14,5 Millionen Euro für die Diaspora

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Leipzig - Ob in der deutschen Diaspora, in Nordeuropa oder dem Baltikum: 776 Projekte hat das Bonifatiuswerk im vergangenen Jahr unterstützt. Eines davon lag Generalsekretär Georg Austen besonders am Herzen.

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat im vergangenen Jahr 776 kirchliche Projekte in der Diaspora in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum mit 14,5 Millionen Euro gefördert. Das geht aus dem Jahresbericht 2017 hervor, den das Hilfswerk am Dienstag in Leipzig vorstellte.

In Deutschland förderte das Bonifatiuswerk 693 Projekte mit 4,6 Millionen Euro, in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden 63 Projekte mit 2,8 Millionen Euro und in Estland und Lettland 20 Projekte mit 506.000 Euro. Gefördert wurden dabei 621 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe im Umfang von 1,8 Millionen Euro, 75 Bauprojekte wie Kirchen oder Gemeindezentren mit einem Volumen von 3 Millionen Euro und 35 Projekte der Glaubenshilfe, für die 1,1 Million Euro bereitgestellt wurden.

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Durch die Verkehrshilfe wurden 43 "Boni-Busse" für die Gemeindearbeit im Wert von 758.000 Euro angeschafft; 38 der gelben Busse wurden an deutsche Bistümer übergeben, 5 an Bistümer im Baltikum. Die Busse dienen dazu, weite Wege zum Gottesdienst, zum Kommunionunterricht, zur katholischen Schule oder zum Seniorentreff in Diaspora-Gegenden zu überbrücken. In missionarische Initiativen zur Neuevangelisierung sowie in die religiöse Bildungsarbeit flossen 2 Millionen Euro, in die Projektbegleitung rund 405.500 Euro.

Die Förderung der Projekte finanzierte das Bonifatiuswerk laut dem Jahresbericht vor allem durch Einnahmen aus Spenden, Erbschaften und Schenkungen (5,3 Millionen Euro), durch Kollekten (4,8 Millionen Euro) wie den bundesweiten Diaspora-Sonntag sowie durch Mittel des Diaspora-Kommissariats (3,7 Millionen Euro). Die Einnahmen aus Kollekten blieben nach Angaben des Hilfswerks im Vergleich zu 2016 stabil, lediglich bei den Kollekten zum Diaspora-Sonntag sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen.

"Um die Weitergabe des Glaubens in einer multikulturellen und zunehmend kirchenfernen Gesellschaft zu stärken, ist es uns ein besonderes Anliegen, heute die Lebenswege junger Menschen zu fördern, damit Kirche und Gesellschaft morgen nicht alt aussehen", sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Monsignore Georg Austen, bei der Vorstellung des Jahresberichts. Vor allem in den vom Bonifatiuswerk geförderten Kitas zeige sich auf lebendige Weise, wie der Glaube erfahren und gelebt werden könne. "Sie erfreuen sich großer Beliebtheit bei Kindern und Eltern, auch bei denen, die keiner christlichen Konfession angehören", betonte Austen.

Die Chefs des Bonifatiuswerks
Martin Guntermann (Geschäftsführer), Heinz Paus (Präsident) und Monsignore Georg Austen (Hauptgeschäftsführer Bonifatiuswerk, v.l.) bei der Vorstellung des Jahresberichts 2017.

Als wichtiges Projekt des vergangenen Jahres nannte Austen den Neubau der Marienkirche im schwedischen Södertälje, den das Bonifatiuswerk mit 1,37 Millionen Euro unterstützt hat. Mit dem Gotteshaus habe die Kirche in Schweden auf den starken Zuzug katholischer Migranten reagiert, die dort eine neue Heimat im Glauben gefunden hätten. "Die christliche Botschaft ist Kern und zentraler Inhalt unseres Handelns. Ein wichtiges Ziel ist daher, Glaubensorte und Glaubenswege in der Diaspora auszumachen und zu fördern, um gemeinsame Glaubenserfahrung und Glaubensbildung zu ermöglichen", sagte der Präsident des Bonifatiuswerks, Heinz Paus.

Bereits zum zweiten Mal wurde der Jahresbericht in einem kirchlichen Gebäude präsentiert, das auch mit Mitteln des Bonifatiuswerks gebaut wurde. Ausgewählt wurde diesmal die Leipziger Propsteikirche. Das im Jahr 2014 fertiggestellte Gotteshaus ist der größte Kirchenneubau in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung. Das Bonifatiuswerk hatte den Bau mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro unterstützt, die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 29,4 Millionen Euro. Das Hilfswerk selbst hat seinen Sitz in Paderborn. (stz)

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