"Bühne" der Religiösität
Bei dem Festakt feierte die Akademie ihre Gründung vor 25 Jahren. Grütters würdigte die damalige Initiative ostdeutscher Bischöfe und Laien als "kluge Entscheidung". Auch die multikulturelle Hauptstadt brauche "öffentliche Orte, an denen sich Menschen mit ihrer Religiosität oder Nicht-Religiosität auseinandersetzen". Die nach dem Mauerfall gegründete Bildungsstätte entspreche einem "tiefen Bedürfnis, jenseits der Unterschiede auch Verbindungen und Gemeinsamkeiten zu suchen." Dafür sei die Akademie im Zentrum Berlins "eine Brücke und ein Labor". Religion und Glauben dürften sich nicht "in die Abgeschiedenheit des rein Privaten abdrängen lassen", betonte die Bundeskulturbeauftragte. Auch die freiheitliche Gesellschaft brauche das christliche Wertefundament, "um Notlagen überhaupt zu erkennen".
Direktor Joachim Hake bezeichnete die Akademie in Trägerschaft der ostdeutschen Bischöfe als "Ort katholischer Nachdenklichkeit und Freiheit". Mit ihrem Programm nehme sie an den politischen Diskussionen in der Hauptstadt teil. Hake hob den Beitrag vor allem des Berliner Kardinals Georg Sterzinsky (1936-2011) und des ersten Direktors Werner Remmers (1930-2011) zur Gründung hervor. Der Berliner Domkapitular Stefan Dybowski würdigte den "Dialog auf Augenhöhe" in der Akademie. Sie sei "eine Plattform für gesellschaftliche Debatten". (KNA)