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Joachim Gauck empfängt Sternsinger in Bellevue

Bundespräsident dankt kleinen Königen

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Kleine Könige stehen vor Joachim Gauck
Berlin - Es gebe auf der Welt sehr viele Kinder, die die Hilfe der Sternsinger bräuchten, so Joachim Gauck. Zuvor hatten diese Schloss Bellevue gesegnet. In Rom äußerte sich derweil Papst Franziskus zum Dreikönigstag.

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Freitag mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt Sternsinger aus dem Bistum Fulda empfangen und ihnen für ihren Einsatz für notleidende Kinder weltweit gedankt. "Papst Franziskus hat neulich davon gesprochen, dass unsere ganze Welt ein gemeinsames Haus ist", erinnerte Gauck bei seiner Begrüßung im Schloss Bellevue. Doch in diesen Haus gebe es "viele ganz dunkle und schlecht belüftete Zimmer", so Gauck weiter. Menschen, die dort lebten, benötigten Hilfe wie die der Sternsinger.

Segensformel am Schloss

Etwa 40 Mädchen und Jungen waren stellvertretend für bundesweit rund 300.000 Sternsinger nach Berlin gekommen. Die Kinder kamen aus Pfarrgemeinden in Bad Sooden-Allendorf und Petersberg. Sie wurden vom Präsidenten des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", Klaus Krämer, und dem Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Dirk Bingener, begleitet.

Die Kinder schrieben ihre Segensformel "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus") in der Kurzform samt Jahreszahl "20*C+M+B+17" mit Kreide an das Eingangsportal des Schlosses. Im Anschluss übergab ihnen Gauck eine Geldspende für die diesjährigen Projekte in Kenia.

Am Montag empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Sternsinger aus dem Bundesgebiet im Kanzleramt. Auch in verschiedenen Bundesministerien werden Sternsinger in den ersten Januartagen anklopfen.

Die Aktion "Dreikönigssingen" findet 2017 zum 59. Mal statt und steht unter dem Jahresmotto "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit!". Bundesweit wollen die Sternsinger die Öffentlichkeit zu einem Umdenken beim Konsumverhalten und Lebenswandel aufrufen und sammeln für Landwirtschafts- und Wasserprojekte in der Region Turkana im Nordwesten Kenias. Veranstaltet wird die Aktion vom Kindermissionswerk und dem BDKJ. Bei der 58. Aktion hatten die Sternsinger bundesweit etwa 46,2 Millionen Euro gesammelt.

Derweil rief Papst Franziskus am Dreikönigstag in seiner Predigt zu Offenheit gegenüber Neuem auf. Die Sterndeuter "konnten sehen, was der Himmel zeigte, weil es in ihnen eine Sehnsucht gab, die sie antrieb: Sie waren offen für die Neuigkeit", sagte er im Petersdom. Es gelte, dem Vorbild der Heiligen drei Könige zu folgen und sich mit offenen Herzen auf die Suche nach Gott zu machen, so der Papst. Er mahnte zugleich, auf Neues nicht mit Angst zu reagieren. Zudem verurteilte er einen "Kult der Macht, des Scheins, der Überlegenheit - Götzen, die nur Traurigkeit, Sklaverei und Angst versprechen".

Franziskus: Langweilige Konformismen aufbrechen

Gott hingegen sei barmherzig und habe auch "die Verwundeten, die Erschöpften, die Misshandelten und Verlassenen" im Blick. Wie bei der Geburt Jesu in der Krippe zeige er sich oft dort, wo die Menschen ihn nicht erwarteten, "es vielleicht gar nicht wollen; oder wo wir es oft ablehnen". Franziskus rief dazu auf, auch an die Ränder zu gehen. "Die Sehnsucht nach Gott ist die Haltung, welche die langweiligen Konformismen aufbricht und uns drängt, uns für jene Veränderung einzusetzen, die wir erhoffen und brauchen."

Die jährlich um den Dreikönigstag am 6. Januar stattfindende Sternsingeraktion ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Seit 1983, als Karl Carstens in die Villa Hammerschmidt in Bonn einlud, empfängt der Bundespräsident jedes Jahr eine Abordnung der Sternsinger. Mit Papst Franziskus sind die Sternsinger bereits am Neujahrstag zusammengetroffen. (gho/KNA)

Linktipp: Der Stern zog vor ihnen her…

Im Bewusstsein der Gläubigen scheint schnell klar zu sein, was am 6. Januar gefeiert wird: der Dreikönigstag. Doch bis heute hat das Hochfest eine vielfältige Bedeutung – und ist unter mehreren Namen bekannt.

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