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Katholische Akademie in Berlin wird 25 Jahre alt

Der Standort ist Programm

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Berlin - Eine lange Tradition kann die Katholische Akademie in Berlin nicht vorweisen. Unter den 23 Akademien bundesweit ist sie ein "Newcomer". Als katholisches Markenzeichen in der Hauptstadt spielt sie jedoch eine Sonderrolle.

Entstanden ist sie trotz mancher Vorbehalte aus den alten Bundesländern. Leiter von Katholischen Akademien im Westen zweifelten am Erfolg des Projekts in Trägerschaft der ostdeutschen Bischöfe. Dennoch kam der Vorschlag zur Gründung bereits im März 1990, in der Aufbruchstimmung vier Monate nach dem Mauerfall. Die Initiative stammte von der damaligen Berliner Bischofskonferenz der ostdeutschen Bistümer und dem neu gegründeten "Gemeinsamen Aktionsausschuss katholischer Christen in der DDR".

Mit der Vorbereitung beauftragten sie Karl-Heinz Ducke (1941-2011), den Leiter der Bischöflichen Studienstelle in Berlin. Als ein Moderator des zentralen Runden Tisches der DDR hatte er sich 1989/90 über die Kirche hinaus einen Namen gemacht.

Werner Remmers - ein Glücksgriff

Als glückliche Personalentscheidung erwies sich die Berufung des früheren niedersächsischen Kultus- und Umweltministers Werner Remmers (1930-2011) zum Gründungsdirektor wenige Monate später. Für den Sprecher des "Aktionsausschusses" und späteren sächsischen Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer war er "die Idealbesetzung schlechthin".

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Der umtriebige CDU-Politiker Remmers brachte nicht nur einschlägige Erfahrungen aus der Akademie-Arbeit mit, sondern gewann mit seinen Kontakten in Kirche und Politik viele prominente Referenten. Sie verhalfen der Einrichtung zu erster öffentlicher Aufmerksamkeit.

Remmers war es auch, der den Ausbau des Geländes zwischen Hannoverscher Straße und Chausseestraße in Berlin-Mitte zu einem katholischen Zentrum gegen manche Zweifel durchsetzte. Dort entstanden bis 1999 die heutigen Gebäude der Akademie einschließlich ihrer Kirche Sankt Thomas von Aquin und einem Tagungshotel. Bis dahin war das Akademieprogramm auch auf Räume etwa der Humboldt-Universität und der Charite angewiesen. Zum Auftakt gab es am 27. Oktober 1990 eine internationale Tagung zur künftigen Rolle der Kirchen in Europa.

Gespräch mit dem Islam als Schwerpunkt

"Der Standort ist Programm", gab Remmers als Leitspruch vor. Er bezog ihn nicht nur auf die Lage der Akademie nahe beim Regierungsviertel. Er gilt auch für die kurzen Wege zum Centrum Judaicum, dem Deutschen Theater oder dem Bodemuseum, mit denen die Akademie eng kooperiert. Remmers' Nachfolger Susanna Schmidt (1999-2006) und Joachim Hake (seit 2007) setzen diesen Kurs fort. Als ein weiterer Schwerpunkt ist das Gespräch mit dem Islam hinzugekommen.

Über 250.000 Besucher nutzten bislang diese Angebote. Außer den allen offen stehenden Vorträgen und Podien sind es auch Hintergrundkreise, in denen Politiker aller Parteien miteinander ins Gespräch kommen, ohne dass es am nächsten Tag in der Zeitung steht. Der Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Parteispendenaffäre, der im Jahr 2000 mangels eigener geeigneter Räume in der Akademie tagte, brachte dem Standort eine willkommene Werbung.

Katholische Akademie Berlin

Die Katholische Akademie in Berlin ist ein Ort des Denkens, Glaubens und Fragens, des Austauschs und der Besinnung. Hier, in der Mitte der Hauptstadt, diskutieren Politiker mit Intellektuellen, hier kommen Theologen und Vertreter verschiedener Religionen mit Künstlern und Gelehrten zusammen, hier sprechen Wissenschaftler mit Experten aus der wirtschaftlichen und sozialen Praxis.

Zur Homepage der Akademie

Große öffentliche Aufmerksamkeit erlangte die Akademie auch 2011 beim Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI., als er dort mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammentraf. Als Partner der vatikanischen Dialoginitiative "Vorhof der Völker", die zwei Jahre später in Berlin das Gespräch mit nichtglaubenden Menschen suchte, gelang es der Akademie, neue Besucherkreise zu erschließen.

Mit wachsendem Abstand zur "Wende" von 1989/90 und den damit verbundenen biografischen Brüchen nimmt die Bedeutung als Forum des Austauschs zwischen Ost und West ab. Dafür tritt eine neue Aufgabe in den Vordergrund. Die Deutsche Bischofskonferenz will die Präsenz der katholischen Kirche in den politischen und kulturellen Debatten der Bundeshauptstadt stärken. Die Akademie möchte dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie könne noch stärker zu einem Ort werden, der katholische Intellektuelle mit Politikern, Wirtschaftsvertretern und Kulturschaffenden in Kontakt bringt, wirbt Akademie-Direktor Hake.

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