Deutschlandfunk-Chefredakteurin fordert Erhalt kirchlicher Medien
Die Chefredakteurin des Deutschlandfunks (DLF), Birgit Wentzien, hat den Erhalt kirchlicher Medien gefordert. Dieses Angebot brauche es unbedingt, sagte sie der Juni-Ausgabe der "Informationen", der Monatszeitschrift der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP). "Medienarbeit darf für die Kirchen kein Luxus sein. Sie ist für ihre Arbeit essenziell. Ich sehe daher die jüngsten Kürzungen und Streichungen sehr kritisch", betonte Wentzien.
Als Protestantin, so Wentzien, denke sie hier zuerst an das Aus für die Evangelische Journalistenschule (EJS). Das seien Verluste, "die sich kommunikativ nicht mehr wettmachen lassen". Inhaltlich wünsche sie sich von den verbliebenen kirchlichen Medien "mehr Disput, mehr Lust an der Kontroverse – in einer Form, die sich vom sonst leider üblichen Gezeter und Geschrei unterscheidet". Streiten müsse man können. "Kirchliche Medien sollten vormachen, wie das geht."
Weiter forderte Wentzien einen offensiven Umgang mit Künstlicher Intelligenz in den Medien. "Es ist doch so: Aufhalten können wir die Entwicklungen nicht. Sich angstvoll wegzuducken, wäre auch falsch. Nicht die KI bedroht unsere Arbeit, sondern diejenigen, die sie in böser Absicht nutzen", sagte die DLF-Chefredakteurin. "Alles, was wir mit Hilfe der KI tun, müssen wir transparent und nachvollziehbar machen." (tmg)