Suche
Aktion des Bonifatiuswerks

Diaspora-Aktion eröffnet - Kirche will Protest-Jugend Halt bieten

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Diaspora-Aktionseröffnung des Bonifatiuswerks am 8. November 2026 in Fulda.
Fulda/Paderborn - Wo beginnt Diaspora? Für die Helfer von Katholiken in der Minderheit ist ihr Arbeitsplatz näher gerückt. Nun müsse Kirche Strahlkraft zeigen, sagt Bonifatiuswerk-Chef Austen.

Zum Auftakt der bundesweiten Diaspora-Aktion zur internationalen Unterstützung von Katholiken in der Minderheit haben die Organisatoren ihr Tätigkeitsfeld ganz bewusst weiter gefasst. "Diaspora beginnt dort, wo die Glaubensinhalte nicht mehr selbstverständlich geteilt werden", sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, laut einer Mitteilung am Sonntag in Fulda zum 60. Jubiläum der Aktion. Die religiöse Landschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert.

Kirchliche Bindungen schwänden, religiöse Traditionen würden in vielen Familien oft nicht mehr gelebt und weitergegeben, sagte Austen. Die Herausforderungen der Diaspora beträfen damit längst nicht mehr nur die klassischen katholischen Minderheitenregionen in Nord- und Ostdeutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

Zukunft entscheidet sich an Glaubwürdigkeit

Der Generalsekretär warb dafür, diesen Veränderungen mit Offenheit und einer einladenden Haltung zu begegnen. Gerade junge Menschen suchten angesichts weltweiter Krisen und Kriege nach Sicherheit, Orientierung und Hoffnung, was sich auch in den aktuellen europaweiten Protesten zeige. "Die Zukunft der Kirche entscheidet sich nicht allein an ihrer Größe, sondern an ihrer Glaubwürdigkeit und Strahlkraft, dem verbindenden Gebet und selbstredend dem geistlichen Profil", so Austen. Der christliche Glaube könne gerade in unsicheren Zeiten eine Quelle von Vertrauen und Zuversicht sein.

Bischof Michael Gerber bei einer Predigt im Fuldaer Dom
"Dort, wo wir äußerlich entwurzelt sind, wo wir eine Minderheit sind, dort kann das Netzwerk der Glaubenden uns neu Heimat geben und damit Kraftquelle sein, unseren Alltag zu leben", sagte Bischof Michael Gerber in seiner Predigt.

Zuvor hatte der Fuldaer Bischof Michael Gerber im Auftaktgottesdienst zur 60. Ausgabe der Aktion die Lebenswirklichkeit katholischer Christinnen und Christen in Nordeuropa aufgegriffen. Ausgehend von der Lebensgeschichte des isländischen Jesuiten Jón Svensson beschrieb er, wie Menschen trotz Flucht, Entwurzelung und persönlicher Brüche im Glauben Halt und neue Heimat finden könnten. "Dort, wo wir äußerlich entwurzelt sind, wo wir eine Minderheit sind, dort kann das Netzwerk der Glaubenden uns neu Heimat geben und damit Kraftquelle sein, unseren Alltag zu leben", sagte der Bischof in seiner Predigt.

Hospizarbeit in Berlin gefördert

Mit der Diaspora-Aktion wirbt das Bonifatiuswerk mit Sitz in Paderborn um Unterstützung für Katholiken, die als Minderheit leben. Das Hilfswerk fördert nach eigenen Angaben jährlich rund 1.000 Projekte in Deutschland, Nordeuropa sowie Estland und Lettland. Unterstützt werden unter anderem Gemeinden, soziale Initiativen und Einrichtungen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten. Als ein Beispiel stellt das Bonifatiuswerk dieses Jahr die Hospiz- und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienstes in Berlin vor.

Der bundesweite Diaspora-Sonntag wird am 15. November begangen. Dann wird bundesweit in den katholischen Gemeinden gesammelt.

kna-katholisch-swarm-node1 (0.001s)