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Kilian Martin über die ZdK-Forderungen nach Abschaffung des Pflichtzölibats

Die falsche Hartnäckigkeit des Thomas Sternberg

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Schachfigur
Bonn - Kilian Martin über die ZdK-Forderungen nach Abschaffung des Pflichtzölibats

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist gegen den Pflichtzölibat. Diese Aussage hat zwar keinen echten Nachrichtenwert, macht in letzter Zeit dennoch erstaunlich viele Schlagzeilen. Und das nicht ohne Grund: Ist auch der Inhalt nicht neu, muss die Vehemenz der Forderung Thomas Sternbergs doch fast beeindrucken.

Doch mit seiner Hartnäckigkeit leistet Sternberg seinem Anliegen und seinem Verband einen Bärendienst. Bereits zu seinem ersten neuerlichen Vorstoß hatte Sternberg Ende August deutlichen Widerspruch erhalten. Und das völlig zu Recht. Kritiker wie Kardinal Rainer Maria Woelki hatten die Forderungen des ZdK-Präsidenten in sachlicher Weise zurückgewiesen. So hatte Sternberg nicht nur die spezifischen Charismen der unterschiedlichen Weihestufen übergangen, sondern insbesondere den Sendungsauftrag der Laien.

Recht hat Sternberg zweifellos, wenn er die heilige Eucharistie mit dem Zweiten Vaticanum als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens betont. Aber falsch liegt er, wenn er denkt, die Wichtigkeit der heiligen Messe würde herausgestellt, indem man nur mehr Männer dazu befähigt, sie zu feiern. Hingegen ebenso richtigerweise warnte er nun vor einer Protestantisierung der Kirche durch liturgische Ersatzformen.

Noch widersprüchlicher als Sternbergs Haltung zu Priesteramt und Eucharistie ist jedoch das Bild, das er von seiner eigentlichen Zielgruppe zeichnet: den Laien. Wo die Zahl der Priesterweihen dramatisch niedrig liegt, reicht es nicht, einfach mehr Laien in den Klerus zu holen. Das allgemeine Priestertum aller Getauften ist schließlich gegenüber dem Weiheamt nicht minderwertig. Dem Priestermangel in Deutschland wird man nicht durch eine Lockerung des Zölibats beikommen, sondern durch eine allgemeine Stärkung des kirchlichen Lebens. Und dort muss auch der oberste Laie des Landes seine Priorität setzen. Die Kirche in Deutschland braucht nicht mehr vom immer gleichen kirchenpolitischen Streit, sondern mehr Glauben und mehr Evangelisierung. Hartnäckigkeit Sternbergs in diesem Bereich wäre tatsächlich beeindruckend.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

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