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Die Frage nach dem Warum

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Bonn - Die Brandkatastrophe von Titisee-Neustadt ist durch eine Gasexplosion ausgelöst worden. Das teilte der Freiburger Leitende Oberstaatsanwalt Peter Häberle am Dienstag vor Journalisten in Titisee-Neustadt mit. Die Untersuchungen der Brandsachverständigung hätten eindeutig ergeben, dass an einem mit einer Gasflasche verbundenen Ofen in der Caritas-Behindertenwerkstatt unkontrolliert Gas ausgetreten sei. Dieses habe sich dann aus bislang ungeklärter Ursache entzündet.

Unterdessen beginnt die Aufarbeitung der Tragödie. "Wenn sich zeigt, dass weitere Investitionen in Sachen Brandschutz mehr Sicherheit bringen, werden wir nicht vor den Kosten zurückschrecken", sagte am Dienstag Karlheinz Gäßler, der Sprecher des Freiburger Caritasverbandes.

Sicherheitsmaßnahmen werden diskutiert

Sein Kollege Rainer Gantert hatte am Montagabend gegenüber der ARD gesagt, er gehe nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass in der Einrichtung in Titisee-Neustadt alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen ordnungsgemäß berücksichtigt worden seien.

Man sei schockiert über die Katastrophe und danke den Rettungskräften, die eine "großartige schwere Arbeit geleistet" hätten. Gantert drückte auch den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Man schließe sie in das Gebet ein.

Vor dem Hintergrund der Katastrophe in Titisee-Neustadt hatte die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung die Brandschutzvorkehrungen in Behinderteneinrichtungen in Deutschland für unzureichend erklärt. Stiftungsvorstand Eugen Brysch forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag), die Einrichtungen innerhalb der nächsten vier Jahre mit selbsttätigen Sprinkleranlagen auszurüsten.

Sprinkleranlagen als Lösung?

Für den Vizepräsident des Deutschen Feuerwehr Verbandes (DFV), Ralf Ackermann, ist es jedoch fraglich, ob im konkreten Fall Sprinkleranlagen geholfen hätten. "Die werden nur im Falle großer Hitze aktiv und nicht bei Rauchentwicklung", erklärte er gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In der Einrichtung in Titisee-Neustadt war es zu einer schnellen und sehr starken Rauchentwicklung gekommen. Die Rauchmelder hätten Alarm gegeben, dies habe aber den Tod der 14 Menschen nicht verhindern können, so Ackermann.

Ob die bestehenden Brandschutzvorschriften in Deutschland ausreichten oder verschärft werden müssten, sei mit jetzigem Kenntnisstand noch nicht abschließend zu beurteilen. "Möglicherweise sind Verbesserungen notwendig. Aber generell haben wir in Deutschland ein vernünftiges Niveau, um Menschen vor Bränden zu schützen", sagte Ackermann. In Behindertenwerkstätten müssen beispielsweise in Bezug auf Brandschutztüren, Brandmeldeanlagen, Flucht- und Rettungswege besondere Standards eingehalten werden. Auch für die Frage, wie ein Heim evakuiert wird, gibt es genaue Planungen.

Benedikt XVI. kondoliert

Unterdessen hat auch Papst Benedikt XVI. den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgedrückt. Das Kirchenoberhaupt "gedenkt der bei diesem tragischen Unfall ums Leben gekommenen Menschen in seinem Gebet und versichert den Angehörigen der Opfer seine tief empfundene Anteilnahme", heißt es in einem Beileidstelegramm des Vatikan an den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch.

Der Bischof der Nachbardiözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, sagte am Dienstag, das Schicksal der 13 behinderten Menschen und der Betreuerin gehe ihm "sehr, sehr zu Herzen".

Am kommenden Samstag wird es in der St. Jakobus-Kirche in Titisee-Neustadt einen ökumenischen Trauergottesdienst mit Erzbischof Zollitsch geben, wie das Erzbistum Freiburg am Dienstag mitteilte. Für die evangelische Kirche kommt der badische Landesbischof Ulrich Fischer. Die Trauerfeier soll um 11 Uhr beginnen.

Bei dem Feuer, das am Montagnachmittag gegen 14 Uhr ausgebrochen war, kamen 14 Personen ums Leben. Weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr, die mit mehreren Löschzügen und schwerem Gerät vor Ort war, hatte den Brand schnell gelöscht. Vor Ort betreuten am Montag und Dienstag Notfallseelsorger und Psychologen die Angehörigen. (gho mit Material von KNA)

Online-Kondolenzbuch

Das Erzbistum Freiburg hat ein Online-Trauerportal für die Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt eingerichtet. Darin gibt es auch die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

Online-Kondolenzbuch
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