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Die katholische Kirche öffnet die Pforten für den "Tag des offenen Denkmals"

Die unbequeme Seite der Kirche

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Klosterkeller mit Deckengewölbe.
Bonn - Einmal wie in der "Da Vinci Code" auf den Spuren Robert Langdons wandeln und die sonst unzugänglichen Bereiche der Kirche betreten – an diesem Sonntag geht das. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Montag mitteilte, nimmt die katholische Kirche mit knapp 2.000 Kirchen und kirchlichen Gebäuden in 24 Diözesen am bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" teil.

Doch statt düsterer Gewölbe und geheimer Keller können die Besucher in zahlreichen Führungen Asylstätten für Verfolgte, Ruhestätten für Märtyrer sowie Mahnmale für die Freiheit ansehen, denn die Beiträge zum "Tag des offenen Denkmals" 2013 wollen betont unbequem sein und offene Fragen stellen – die Bischofskonferenz spricht von "sperrigen Monumenten gegen Ideologien".

Deutschlandweit öffnen mehr als 7.500 Denkmäler ihre Pforten für Besucher. Das Motto "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gewählt, um Orte des Leides und des Schreckens wieder in den Blick zu rücken. Es geht um die Fragen: Welche Denkmäler sind es Wert, erhalten zu werden? Was macht ein Denkmal unbequem, wann und für wen? Zu den "unbequemen Denkmälern" zählen unter anderem Bauwerke, die heute aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Zeit Unbehagen auslösen.

Memento mori

"Unbequem" sind auch die kunstvollen Altäre und gläsernen Sarkophage mit Märtyrer- und Heiligen-Skeletten in katholischen Kirchen. Sie sind nicht nur Glaubenszeugnisse, sondern rütteln auch zum "Memento mori!" auf. Ebenfalls unbequeme Orte sind die kirchlichen Gedenkstätten für die zahlreichen katholischen Märtyrer des 20. Jahrhunderts: Ihrer Erinnerung sind in Deutschland etliche katholische Kirchen gewidmet.

Dass die Kirche oft auch unbequeme Aufgaben für das Gemeinwesen wahrgenommen hat, belegen ihre teilweise schon im Mittelalter gegründeten Hospize, Frauenhäuser, Suppenküchen, Wärmestuben, Waisenhäuser und Einrichtungen für psychisch Kranke und Behinderte. (mir/dpa/KNA)

Stichwort: Tag des offenen Denkmals

Zum "Tag des offenen Denkmals" öffnen alljährlich im Herbst Tausende historische Stätten ihre Pforten. In Deutschland wurde der Tag erstmals am 9. September 1993 organisiert, damals besuchten rund zwei Millionen Menschen 3.500 Denkmäler. Heute sind es mehr als doppelt so viele Bauten. 2012 nutzten rund 4,5 Millionen Menschen die Gelegenheit, rund 8.000 Bauwerke zu besichtigen, von denen einige sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Der Tag wird von den Landesdenkmalämtern, Kirchen, Städten und Gemeinden sowie Privatleuten organisiert und von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz koordiniert. Der Gedenktag geht auf eine Initiative des damaligen französischen Kulturministers Jack Lang zurück. Er rief 1984 die "Journee portes ouvertes dans les monuments historique" aus. Zahlreiche weitere europäische Länder griffen in den folgenden Jahren das Beispiel auf und 1991 rief der Europarat den "European Heritage Day" aus. (dpa)

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