Suche
Die Botschaften der Bischöfe zu Silvester und Neujahr

"Dieses Jahr wird Folgen haben"

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Treffen sich regelmäßig im Frühjahr und Herbst zu ihrer Vollversammlung: Die deutschen Bischöfe.
Bonn - Zum Jahreswechsel haben Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. In ihren Botschaften und Predigten zu Silvester und Neujahr mahnten sie zugleich einen Wandel im Umgang mit Flüchtlingen und Ausländern in unserem Land an.

"Leider müssen wir auch in unserem Land immer wieder erleben, dass Aggression, Zerstörung und Feindseligkeit das Bild unserer Städte und Gemeinden prägen", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zum Weltfriedenstag, den die katholische Kirche am 1. Januar begeht.

Zu verstärktem Einsatz gegen rechtsextremes und ausländerfeindliches Denken rief Magdeburgs Bischof Gerhard Feige in seiner Neujahrspredigt auf: Intoleranz und Gewalt – egal ob rechter oder auch linker Ideologie - sind nicht vereinbar mit den grundlegenden Werten unseres menschlichen Zusammenlebens und unserer Demokratie", sagte er.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, appellierte an den Gemeinsinn der Menschen. "Die Frage, wie wir in unserem reichen Land mit Menschen umgehen, die Not leiden, bleibt eine zentrale Frage des Neuen Jahres", so Schneider.

Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki ging in seiner Silvesterpredigt auf die aktuellen Debatten um Zuwanderung nach Deutschland ein und sprach sich für Änderungen bei der Flüchtlingspolitik aus. Auf die Not der Betroffenen brauche es bessere Antworten "als nur schärfere Grenzkontrollen".

Archivnummer: KNA_248277

Marx ruft zu offeneren Diskussionen auf

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ermutigte Christen dazu, sich offensiver in gesellschaftliche Debatten einzubringen. Zugleich mahnte er zu einer offeneren Diskussionskultur innerhalb der katholischen Kirche. Mit Blick auf 2013 ging der Kardinal auch auf den Wechsel an der Kirchenspitze ein. Den Rücktritt von Benedikt XVI. wertete Marx als "revolutionären Akt". Mit Franziskus sei der Kirche ein neuer Papst "voller Schwung, Begeisterungsfähigkeit, neuen Ideen und Herzenswärme" geschenkt worden.

Auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner thematisierte den Wechsel im Vatikan. Dass erstmals ein Nichteuropäer Papst geworden sei, mache deutlich, "dass in der Weltkirche Europa nicht mehr die Führung auf allen Gebieten hat". Weiter beklagte Meisner ein immer weiter um sich greifendes religiöses Desinteresse. In dem Maße, in dem sich die Menschen von Gott entfernten, werde auch die Welt immer gottloser.

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann warnte mit Blick auf innerkirchliche Diskussionen zu Partnerschaft und Familie vor "falscher Strenge" wie auch vor "naheliegender Nachlässigkeit". Der Ruf nach Barmherzigkeit könne nicht bedeuten, "dass man alles, was ist, naiv zudeckt und still rechtfertigt". Beim Thema Homosexualität mahnte Lehmann Zurückhaltung an. Für homosexuelle Lebensgemeinschaften dürfe man nicht ohne weiteres Ehe und die Familie als Modell heranziehen.

Dieses Jahr wird Folgen haben für die Kirche.

Bischof Heinz Josef Algermissen über das Jahr 2013

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sprach über den Sieg Christi über den Tod und dass diese Botschaft durch menschliche Gesichter konkret werde. Etwa im Rücktritt Papst Benedikts XVI., mit dem er seine Schwäche eingestanden habe und dessen Wirkung für die Kirche heute noch gar nicht zu ermessen sei. Außerdem in der Wahl seines Nachfolgers Papst Franziskus und dessen glaubwürdige Zuwendung zu den Menschen, die sich nach einer dienenden Kirche ohne Prunk und Machtgehabe sehnten. "Dieses Jahr wird Folgen haben für die Kirche", zeigte sich der Bischof überzeugt.

Mehrere Bischöfe äußerten sich zu Tebartz-van Elst

Mehrere Bischöfe gingen zudem auf die Folgen des Finanzskandals um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ein. In dessen Heimatbistum sprach Weihbischof Thomas Löhr von einer schwierigen Situation. Eine Auswertung der Erschütterung und Kontroversen werde noch lange dauern.

Tebartz-van Elst hält sich aufgrund einer Entscheidung des Papstes seit Ende Oktober für unbestimmte Zeit außerhalb seines Bistums auf. In dieser Zeit überprüft eine kirchliche Kommission die Vorwürfe zum Bauprojekt auf dem Limburger Domberg. Die Verwaltung des Bistums hat währenddessen im Auftrag des Heiligen Stuhls Generalvikar Wolfgang Rösch übernommen.

Der Eichstätter Bischof Gregor-Maria Hanke kritisierte kirchliche Stimmen, "die schon vor dem Abschlussbericht der Untersuchungskommission öffentlich das Urteil gefällt haben, der Bischof könne keinesfalls zurückkehren". Auch der Kölner Kardinal Meisner, zu dessen Kirchenprovinz das Bistum Limburg gehört, nahm Tebartz-van Elst mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen gegen Vorverurteilungen in Schutz. (mog/KNA)

kna-katholisch-swarm-node2 (0.018s)