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Anian Wimmer über die Herausforderungen für Deutschland

Ein "beinahe perfektes" Leben

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Schachfigur
Bonn - Anian Wimmer über die Herausforderungen für Deutschland

Das Leben in Deutschland ist "beinahe perfekt": So das Resümee der gestern veröffentlichten Studie der Boston Consulting Group (BGC). Derzufolge hat Deutschland – nach Norwegen, den Niederlanden und Finnland – mit die höchste Lebensqualität der Welt, noch vor Österreich (Rang 5) und der Schweiz (7).

Wie schön, was die Beratungsfirma da meldet. Liest sich gut: Das bevölkerungsreichste Land Europas liegt weit vor vergleichbaren Nationen wie Nachbar Frankreich (20) oder etwa Großbritannien (16). Und zwar nach Kriterien, die keineswegs rein wirtschaftlich sind: Der "Wohlergehens-Index" wird anhand von zehn Faktoren errechnet, zu denen auch das Bildungssystem, Einkommensgerechtigkeit, Umwelt und nachhaltige Entwicklung gehören.

Die Experten sehen zwei große Herausforderungen für Deutschland, die dringend zu meistern seien, sonst drohe der "Abstieg": Infrastruktur und Integration. Ich sehe eine dritte, die viel größer ist. Klar: Unsere Verkehrsprobleme – digitale wie "reale" – müssen dringend angepackt werden. Auch klar: Verbindliche Integrationsarbeit im Kontext einer robusten Migrationspolitik sind mehr als überfällig – und durchaus leistbar.

Aber das zu lösen macht das "beinahe perfekte" Leben auch nicht perfekter. Lebensqualität ist schön, gut und wichtig, aber nur bedingt ein Wert an sich. Sonst werden wir die "letzten Menschen" aus Nietzsches Zarathustra – oder, eher noch, bunte Verbraucher-Klöpse wie in "Wall-E", dem Film über einen kleinen Roboter in einer dystopischen Zukunft.

Wir sind gar nicht dazu da, ein subjektiv "perfektes Wohlfühl-Leben" anzustreben, sondern  "ein Leben in Fülle", wie es im Gotteslob zu lesen ist. Dabei kann einem die Boston Consulting Group nicht viel weiter helfen, wohl aber wäre – nein, ist! – es Aufgabe eines anderen Vereins: Die Kirche unseres Herrn. Jesus Christus lebte ein perfektes Leben. Und wir gehen ihm – hoffentlich – hinterher. Der Rest ist sekundär.

Hinweis

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