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Das Bistum Erfurt bereitet sich auf die Einführung seines neuen Bischofs vor. In drei Tagen ist es soweit.

Ein Bistum macht sich schön

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Erfurt - Das Großreinemachen ist schon fast abgeschlossen. "Der Dom hat gerade eine Grundreinigung hinter sich. Der Austausch aller Lampen stand sowieso gerade routinemäßig an. Das Chorgestühl ist noch einmal extra abgestaubt worden", berichtet Peter Weidemann. "Sogar die Domstufen sind mit Spezialtechnik gereinigt worden", sagt Weidemann. Diese Reinigung habe aber ohnehin angestanden.

Der Pressesprecher des Bistums Erfurt hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Eben noch hat er zusammen mit dem Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann ein Einführungsseminar für Journalisten gegeben. "Hier in der Diaspora müssen wir den Kollegen viele Begrifflichkeiten erklären. Die sind mit dem Ablauf einer Amtseinführung nicht wirklich vertraut", sagt Weidemann und stellt fest, dass die Einführung von Ulrich Neymeyr die erste Amtseinführung eines Bischofs seit Adalar ist.

Gäste aus 17 Diözesen

Bischof Adalar war einer der Gefährten des Heiligen Bonifatius und der erste Bischof des Bistums Erfurt, das aber nach seinem Tod im Jahr 744 dem Bistum Mainz zugeschlagen wurde. "Das Bistum Erfurt gibt es ja jetzt erst wieder seit 1994", berichtet Peter Weidemann.

Die Amtseinführung ist für das thüringische Bistum ein Großereignis. 22 Bischöfe, Weihbischöfe und Diözesanadministratoren aus 17 Diözesen werden erwartet. Im Langhaus des Domes werden 1.000 Plätze für Besucher des Gottesdienstes bereitstehen. "Zudem wird der Gottesdienst auch in die benachbarte Kirche St. Severi übertragen", erklärt Weidemann. Der Mitteldeutsche Rundfunk baut drei Tage lang Technik in den Dom ein um die Amtseinführung im Fernsehen zu übertragen.

Das Sendesignal wird von katholisch.de übernommen. Die Amtseinführung kann dann weltweit im Internet live mitverfolgt werden. "Die Amtseinführung findet auf der Altarinsel statt. Die Kathedra, die der Bischof in Besitz nimmt steht im Chorraum. Da müssen die Fernsehleute mehr Kameras und Technik einplanen, als woanders", erklärt Peter Weidemann die baulichen Besonderheiten des Erfurter Domes. Zudem würden auch zusätzliche Stühle im Dom aufgestellt, um noch mehr Gläubigen die Möglichkeit zu geben, die Amtseinführung aus nächster Nähe zu erleben.

Bischofsstab wird nur im Erfurter Dom verwendet

Im Dom bereiten die Küster gerade die liturgischen Gewänder für die Geistlichen vor. Domküster Matthias Schmitt zeigt den Bischofsstab, den Altbischof Joachim Wanke seinem Nachfolger überreichen wird. Eine Elisabeth und viele Thüringer Wappen sind an der Krümme zu sehen. "Das ist der Bischofsstab von Weihbischof Joseph Freußberg von 1953. Der lässt sich nicht zerlegen", erklärt Peter Weidemann. Deshalb werde Bischof Neymeyr diesen Bischofsstab wohl nur im Erfurter Dom verwenden. Zuvor sei der Hirtenstab noch von einem Silberschmied professionell gereinigt worden.

Gleich um die Ecke, nur rund hundert Meter vom Dom entfernt, wird der designierte Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr am Donnerstag übergangsweise in eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung einziehen. "Am 19. einpacken, am 20. umziehen, am 21. auspacken", habe Weihbischof Neymeyr geplant, berichtet Peter Weidemann. Die eigentliche Bischofswohnung müsse erst noch renoviert werden.

"Neymeyr weiß, was er will"

"Nach über 30 Jahren müssen dort auch die Elektro-Leitungen erneuert werden. Das ist alles noch alter DDR-Standard", sagt der Pressesprecher, der sich auf seinen neuen Chef freut. "Bischof Neymeyr ist von freundlicher Bescheidenheit und weiß was er will", sagt Weidemann und attestiert dem neuen Erfurter Oberhirten "medientauglich" zu sein. Die Freude ist nicht nur beim Pressesprecher groß. "Hier sagen alle übereinstimmend, das ist ein guter Mann", sagt ein Mitarbeiter des Ordinariats. Diese Übereinstimmung sei nicht häufig. Ulrich Neymeyr werde allerorten als besonderer Mensch, als menschenfreundlicher Bischof wahrgenommen.

Diesen Eindruck haben auch die Ministranten von St. Martini, einer Kirche der Domgemeinde. Die Ministranten haben ihrem neuen Bischof eine Freifahrt im Riesenrad auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt geschenkt. Auf einer Internetseite des Bistums Mainz mit Glückwünschen hatten sie den Bischof eingeladen und staunten nicht schlecht. Binnen weniger Stunden antwortete Neymeyr per E-Mail und bedankte sich persönlich bei den Ministranten.

Von Markus Kremser

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