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In der Diözese Würzburg herrscht Bestürzung nach dem Tod des Generalvikars

Ein Bistum trauert

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Stadtpanorama von Würzburg mit alter Mainbrücke und diversen Kirchtürmen.
Bonn - Nach dem plötzlichen Tod von Generalvikar Karl Hillenbrand am Samstag ist die Trauer im Bistum Würzburg spürbar. Das ganze Wochenende über erreichten Beileidsbekundungen die Diözese. Auch Bischof Friedhelm Hofmann äußerte sich betroffen über den Tod seines langjährigen Bistumsverwalters.

"Für uns alle ist dies im Augenblick unfassbar", teilte er am Sonntag in einer Stellungnahme mit. Noch am Vorabend war Hillenbrand für das unterfränkische Bistum auf einer Pastoraltagung im Einsatz gewesen, am Samstagvormittag sollte er eine Firmung leiten. Doch dazu kam es nicht mehr: Da der Generalvikar auf die Türklingel nicht reagierte, musste die Polizei die Tür aufbrechen und fand den 64-Jährigen tot im Sessel.

"Seit meinem Amtsantritt in Würzburg vor zehn Jahren stand Generalvikar Hillenbrand mir unermüdlich zur Seite", so Hofmann weiter. Niemals habe er sich gescheut, auch die "heißen Eisen" anzufassen. So setzte Hillenbrand in der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals 2010 auf lückenlose Aufarbeitung, als einige Seminaristen des Priesterseminars mit rechtsradikalen Tendenzen auffielen war er ebenfalls für eine vollständige Klärung der Vorfälle.

Auch aus dem Nachbarbistum Bamberg erreichte die Diözese Würzburg Beileidsbekundungen: Die Nachricht vom Tod Hillenbrands habe ihn sehr erschüttert, schreibt Erzbischof Ludwig Schick, der Hillenbrand noch aus der gemeinsam Studienzeit in Rom kannte, in einem Brief. Hillenbrand sei auch im Erzbistum Bamberg "sehr bekannt, geachtet und geschätzt" gewesen.

Der plötzliche Tod des Generalvikars beschäftigt auch den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), wo Hillenbrand seit 2002 stellvertretender Vorsitzender war. Der VDD ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Wann jedoch ein Nachfolger bestimmt werde, sei noch nicht absehbar sagte DBK-Pressesprecher Matthias Kopp gegenüber katholisch.de. Möglich sei aber, dass das Thema bereits heute oder morgen bei der Sitzung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz in Würzburg behandelt werde. Auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx hatte sein Bedauern ausgedrückt: Hillenbrand sei ein "treuer Priester", "versierter Seelsorger", und "guter Ratgeber" gewesen. "Wir werden ihn sehr vermissen", sagte Marx am Sonntag.

Karl Hillenbrand im Porträt
Karl Hillenbrand war Generalvikar im Bistum Würzburg.

Hillenbrand, der innerhalb des VDD der Koordinierungskommission Medien angehörte, war auch unter Pressevertretern ein geschätzter Gesprächspartner. In einem Nachruf würdigte Eberhard Schellenberger, Redaktionsleiter des BR-Studios Würzburg, Hillenbrand als "Brückenbauer". "Bodenhaftung und Augenhöhe" seien dem gebürtigen Ochsenfurter immer wichtig gewesen. Auch Ludwig Sanhüter, Redakteur der Mainpost, bezeichnete Hillenbrand in einer Würdigung als "profilierten Seelsorger und Theologen", der "stets den Mut zu klaren Aussagen" hatte.

Die Frage nach einem Nachfolger stellt sich im Bistum noch nicht: Man sei gerade dabei, Requiem und Beerdigung zu organisieren, sagt Bistumssprecher Markus Hauck gegenüber katholisch.de. Alle weiteren Schritte erfolgten erst zu einem späteren Zeitpunkt. Ein genaues Datum für die Beisetzung steht bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Von Sophia Michalzik und Kilian Martin

Termin für Requiem und Beerdigung

Der Sarg mit dem Verstorbenen wird ab Donnerstag, 27. November, 17 Uhr, in der Sepultur des Kiliansdoms aufgebahrt. Bis 21 Uhr sowie am Freitag, 28. November, von 10 bis 19 Uhr besteht Gelegenheit, sich am Sarg von ihm zu verabschieden. Am Donnerstag um 19 Uhr betet Dompropst Weihbischof Ulrich Boom in der Sepultur des Doms den Totenrosenkranz für den Verstorbenen. Das Requiem für Generalvikar Hillenbrand wird am Samstag, 29. November, um 11 Uhr im Kiliansdom gefeiert. Hauptzelebrant ist der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, als Konzelebranten sind unter anderem der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Pater Hans Langendörfer, der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz anwesend. Die Beisetzung im Domkreuzgang schließt sich an das Requiem an. Auf der Homepage der Diözese besteht außerdem die Möglichkeit, sich in ein Online-Kondolenzbuch einzutragen. Wie das Bistum Würzburg mtteilte, ergab eine Obduktion, dass Hillenbrand an einer Hirnblutung gestorben ist. (som/gho/POW)

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