"Eine geistliche Tagesschau"
Ebenso wie die Nachrichtensendung den Blick für das Weltgeschehen schärfen wolle, wolle das "Wort zum Sonntag" den Blick für Gott schärfen, so Zollitsch. Der Erzbischof zeigte sich überzeugt, dass kirchliche Sendungen im Fernsehen eine Vielzahl von Menschen erreichen könnten – auch solche, die der Kirche fernstünden oder ihr skeptisch begegneten. "Es geht nicht darum zu missionieren. Es geht darum, geistliche Impulse und religiöse Anstöße zu geben", sagte Zollitsch.
Das "Wort zum Sonntag" ist nach der Tagesschau das älteste Format im deutschen Fernsehen. Die erste Folge wurde am 8. Mai 1954 ausgestrahlt; seitdem wurden rund 3.100 "Worte zum Sonntag" gesprochen – darunter eines von Papst Johannes Paul II. im April 1987 und eines von Papst Benedikt XVI. im September 2011. Das ökumenische Format wird derzeit von vier katholischen und vier evangelischen Sprechern präsentiert, die im Schnitt an jedem Samstagabend rund 1,5 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher versammeln.
"Verlässliche Wegmarke im Samstagabendprogramm"
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, bezeichnete das "Wort zum Sonntag" bei der Feier in Hamburg als niedrigschwelligen Berührungspunkt mit dem Evangelium. "Seit sechs Jahrzehnten werden wir durch dieses beständige Format am Samstagabend daran erinnert, dass der Mensch mehr ist als die Summe seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten, seiner Taten und der Werke seiner Hände", sagte Schneider wörtlich.
Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor nannte das "Wort zum Sonntag" in seinem Grußwort eine "verlässliche Wegmarke im Samstagabendprogramm des Ersten". Marmor, der auch Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) ist, dankte den Kirchen für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahrzehnten.
Neues Design und neues Verkündigungsformat
Im Rahmen der Feierstunde wurde bekannt gegeben, dass die Sendung ab der kommenden Ausgabe in einem neuen Design ausgestrahlt wird. Unter anderem bekomme das Format ein neues Logo, neue Musikelemente und einen neuen Vorspann. Darüber hinaus werde die jeweilige Sendung mit einem stilisierten Hintergrund-Themenbild ausgestattet.
Die Deutsche Bischofskonferenz kündigte zudem die Ausstrahlung eines neuen Verkündigungsformates an. Unter dem Titel "Freisprecher" sollen auf dem Digitalkanal EinsPlus kurze Filmbeiträge gezeigt werden, die sich speziell an ein junges Publikum richten. Thematisiert werden sollten ethische Fragen, die im Alltag junger Zuschauer eine wichtige Rolle spielten. Jede Sendung lädt außerdem zur Diskussion mit Kirchenvertretern im Internet und den sozialen Netzwerken ein. Die erste Folge von Freisprecher soll nach Angaben der Bischofskonferenz am 2. Februar um 22.12 Uhr ausgestrahlt werden.
Von Steffen Zimmermann
Zum 60-jährigen Bestehen des "Wortes zum Sonntag" laden die katholische und die evangelische Kirche unter dem Motto "Dein Wort zum Sonntag" zu einem Online-Videowettbewerb ein. Abgabefrist für die Videos ist der 31. Mai 2014. Weitere Informationen zu dem Wettbewerb gibt es im Internet unter www.dein-wort-zum-sonntag.de.