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Bischöfe fordern Unterstützung für die Opfer der Hochwasserkatastrophe

"Einer trage des anderen Last"

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Das Elbufer in Dresden (Sachsen) während des Hochwassers.
Bonn - In weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands heißt es weiterhin "Land unter". Während einige Hochwassergebiete bereits die Schäden sichten können, sind andere noch akut von den Wassermassen bedroht. Jetzt haben sich auch die deutschen Bischöfe zu Wort gemeldet. Sie fordern Unterstützung für die Opfer der Hochwasserkatastrophe.

"In diesen Stunden der Bedrängnis steht das Bistum Passau zusammen", appellierte der Apostolische Administrator des Bistums Passau, Bischof Wilhelm Schraml. Obgleich auf die Diözese selbst hohe Schäden zukämen, sei bereits eine Soforthilfe aufgelegt. Den Hilfsorganisationen und Einsatzkräften dankte der Bischof. Sie hätten bis an die physischen Grenzen einen selbstlosen Dienst geleistet.

"Helfen Sie den Opfern der Hochwasserkatastrophe in unserer Heimat", forderte Schraml. Denn, wer in Christus eintauche, der tauche an der Seite der Notleidenden wieder auf. Wer in das Antlitz Jesu Christi blicke, entdecke dort die Schwester und den Bruder in Not, ist sich der Bischof sicher. "Einer trage des anderen Last". Diese Aufforderung des Apostels Paulus im Brief an die Galater bekomme gerade in diesen Tagen sehr konkret Bedeutung, so Schraml.

Marx: Über das Ausmaß der Schäden und über die Not vieler Bürger erschrocken

Mit großer Betroffenheit hat auch der Münchener Kardinal Reinhard Marx auf die Berichte über die Situation in den Hochwassergebieten reagiert und den Menschen in den überfluteten Regionen sein Mitgefühl ausgesprochen. "Ich bin über das Ausmaß der Schäden und über die Not vieler Bürger erschrocken", sagte Marx.

Hochwasser herrscht am 03.06.2013 in Passau (Bayern). Die Hochwasserlage in Passau spitzt sich weiter zu,
Hochwasser herrscht am 03.06.2013 in Passau (Bayern). Die Hochwasserlage in Passau spitzt sich weiter zu,

Wenn Menschen ihr Heim verlassen müssten, wenn ihre Aufbauleistung und ihre materielle Existenz schweren Schaden nähmen, "so sind das tiefe Einschnitte und niederdrückende Erfahrungen im Leben der Betroffenen", erklärt der Münchener Erzbischof. Wichtig sei es, dass die Menschen in den Hochwasserregionen Unterstützung und Solidarität erführen.

"Die zahlreichen, oft ehrenamtlichen Helfer, etwa von Feuerwehren und technischen Hilfsdiensten, leisten hier einen enormen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft in dieser Zeit", sagte Marx. In Gedanken und im Gebet sei er mit allen von der Flut betroffenen Menschen verbunden, versicherte der Kardinal.

„Angesichts der dramatischen Hochwassersituation bitte ich alle katholischen Christen unseres Bistums Magdeburg, sich nach Kräften am Kampf gegen das Hochwasser zu beteiligen“, forderte auch Bischof Gerhard Feige. Soweit Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats dafür benötigt würden, stehe es diesen frei, dem notwendigen Einsatz vor Ort den Vorrang zu geben.

Denn, wer in Christus eintaucht, der taucht an der Seite der Notleidenden wieder auf.

Bischof Wilhelm Schraml

„Damit verbinde ich die Empfehlung an die Leiterinnen und Leiter aller katholischen Einrichtungen, im Bedarfsfall die laufende Verwaltungsarbeit entsprechend zurück zu stellen“, sagte Feige. Die bundesweite 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) vom 13. bis 16. Juni werde den dramatischen Ereignissen angepasst: Feige lädt die Jugendlichen ein, sich während der Aktion an den Aufräumarbeiten nach der Flut zu beteiligen.

„Ich selbst sage meine Teilnahme am Eucharistischen Kongress in Köln ab, um in Magdeburg präsent zu sein und wenn nötig selbst helfen zu können“, sagte er. Zu gegebener Zeit werde es in den Gemeinden des Bistums Magdeburg eine Sonderkollekte für die Flutopfer geben. Genaueres dazu werde rechtzeitig bekannt gegeben.

Koch: „Ich hoffe ein bisschen auch, dass uns einige andere Bischöfe ebenfalls helfen.“

Auch der Dresdner Bischof Heiner Koch setzt auf die Solidarität der Katholiken in der Bundesrepublik. In seinem Bistum werde es am Sonntag eine große Kollekte für die Menschen geben, die durch das Hochwasser in Existenznöte geraten sind, sagte Koch am Mittwoch im Kölner domradio. „Ich hoffe ein bisschen auch, dass uns einige andere Bischöfe ebenfalls helfen.“

Das Kloster Weltenburg liegt malerisch an der Donau.
Die Lage des Klosters Weltenburg unmittelbar am Wasser ist für die Abtei Fluch und Segen zugleich. Diverse Hochwasser haben die Benediktinermönche schon oft an den Rand der Verzweiflung gebracht haben.

Koch lobte zudem die Solidarität und den Pragmatismus der Sachsen. „Es ist so ein nüchterner Optimismus, der nicht im Hadern bleibt.“ Das hänge auch damit zusammen, dass die Solidarität 2002 in Sachsen schon sehr groß gewesen sei. „Da sagen die Leute: Es ist furchtbar, aber wir sind nicht unzuversichtlich, es wird weitergehen!“, betonte Koch.

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken kündigte unterdessen eine Flut-Soforthilfe von 100.000 Euro für Schäden an kirchlichen Einrichtungen in Ostdeutschland an. Das teilte am Mittwoch Präsident Georg Freiherr von und zu Brenken, mit. Das katholische Diaspora-Hilfswerk habe zudem ein eigenes Spendenkonto für die Hochwasseropfer eingerichtet. (mit Material von KNA)

Von Björn Odendahl

Spendeninfos

Wer für die Hochwasseropfer spenden will, kann das für das Bistum Passau tun unter Caritas-Spendenkonto 1230, Sparkasse Passau, BLZ 740 500 00, Verwendungszweck: „Hochwasserhilfe 2013“. Spenden für das Bistum Dresden-Meißen auf das Konto 828 3001, LIGA-Bank Regensburg, BLZ 750 903 00, Verwendungszweck: „Hochwasser Juni 2013“. Das Bonifatiuswerk hat ein Spendenkonto für die Flutopfer eingerichtet unter der Kontonummer 10 000 100, Bank für Kirche und Caritas, BLZ 472 603 07, Verwendungszweck: "Fluthilfe". Wer sich an der 72-Stunden-Aktion und den Aufräumarbeiten im Bistum Magdeburg beteiligen will wendet sich an den BDKJ unter (03 91)59 61-108 /-113.

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