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"Günther Jauch" diskutiert erneut über Limburg und Kirchenfinanzen

Engagiert und weitgehend sachkundig

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Günther Jauch in der Kulisse seiner ARD-Talksendung.
Bonn - Dass es bei Günther Jauch am Sonntagabend nicht um die Wiederholung einer ähnlichen Sendung im Frühjahr ging, lag allein schon an der originellen Besetzung dieser Talkrunde. Als Gäste geladen waren der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff, Albert Schmid, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und Vertrauter des Limburger Bischofs, "Spiegel"-Reporterin Gisela Friedrichsen, Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" sowie Andreas Englisch, Vatikan-Korrespondent und Buchautor.

Die grundsätzliche Frage "Heilige Millionen - wozu braucht die Kirche so viel Geld?" sollte im Mittelpunkt stehen. Schnell wurde deutlich, dass der Streit um die Baukosten der Limburger Residenz von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einen Prozess beschleunigt hat, in der Öffentlichkeit die Finanzen der (katholischen) Kirche zu diskutieren.

Nach Ansicht Schmids sollte der Nachfolger von Bischof Franz Kamphaus das Bistum aufräumen. Dort habe es zu lange eine Bewegung "los von Rom" gegeben. Aus diesen Spannungen heraus erst sei das Bauprojekt in die Kritik geraten. Eine Meinung, mit der er allein blieb.

Rückkehr von Tebartz-van Elst nach Limburg?

Die anderen Teilnehmer der Runde arbeiteten heraus, wie groß der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust nicht nur in Limburg geworden ist. Eine Rückkehr des Bischofs hielt nicht einmal Schmid für möglich. Dass angesichts der Emotionalität dieses Themas die eigentliche Vorgabe zeitweise in den Hintergrund trat, mag verzeihlich sein.

Tatsächlich boten die Einspielfilme eine Menge Zahlen, Feldhoff gelang es, zusätzlich manches zu erklären. Andererseits konnte auch er nicht überzeugend verständlich machen, dass die Kirchen Millionen Euro zur Bezahlung etwa der Bischöfe von allen Steuerzahlern erhalten, weil es jahrhundertealte Gesetze und Verträge gibt. Die Politik, so Prantl, traue sich nicht, dies zu überprüfen, immense Milliardenbeträge wären zur Ablösung fällig.

Kein Zweifel, durch den Amtsantritt von Papst Franziskus und dessen Konzept einer "Kirche für die Armen" hat sich ein Wandel vollzogen, dessen Auswirkungen auf die "reiche" deutsche Kirche noch nicht absehbar sind. Wobei sicher zu prüfen sein wird, was beispielsweise mit Wertpapieren und Immobilienbesitz, mit Klosterbrauereien und Weingütern zu geschehen hat.

Schwerwiegender Vertrauensverlust

Einen Vermögenhaushalt hat offenbar jede Kirchengemeinde, die in den vergangenen Tagen veröffentlichten Zahlen der Bistümer sind demnach nicht die ganze Wahrheit. Wobei zudem die Buchhaltung noch nicht auf einem aussagefähigen Stand ist.

Die Diskussion bei Günther Jauch war engagiert und weitgehend sachkundig. Und dass die Teilnehmer diszipliniert aufeinander hörten, war angesichts des emotionsgeladenen Themas nicht unbedingt zu erwarten. Eines stellte jedenfalls der Dompropst klar, dem daran gelegen war, dass "Maria Schmitz aus Nippes" alles versteht, was die Kirche mit Geld macht: das mit Limburg ist skandalös. Das mit dem vielen Geld sei schon schlimm, schlimmer aber sei der Vertrauensverlust bei den Menschen, deren Vertrauen man nur schwer wieder zurückgewinnen könne.

Von Martin Thull

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