Erstes Festival christlicher Straßenmaler
Die "Madonnari" genannten Straßenmaler christlicher Motive versammeln sich am 19. und 20. August in Kevelaer. Dann findet an dem Marienwallfahrtsort das "1. Internationale Madonnari-Festival" statt, wie die nordrhein-westfälische Stadt am Mittwoch mitteilte. "Wir möchten mit dieser Veranstaltung gerade im Jubiläumsjahr '375 Jahre Wallfahrt Kevelaer' einen besonderen Akzent setzen", erklärten die Verantwortlichen der Stadt.
Namhafte internationale Madonnari-Künstler aus einem halben Dutzend europäischer Länder, Mexiko und den USA sollen dann ihre Straßenmalerei präsentieren. Wegen des Kevelaerer Straßenpflasters sollen die meist mit Pastellkreide gemalten Kunstwerke auf vier Quadratmeter großen Spanplatten entstehen. Im Anschluss an das Festival im Forum Pax Christi sollen die Meisterwerke in einer Ausstellung in der Innenstadt gezeigt werden. Allen Interessierten sei es möglich, diese Bilder zu erwerben, teilte die Stadt mit.
Der Begriff Madonnari stammt aus Italien. Seit dem 16. Jahrhundert wurden dort bei religiösen Festen und Prozessionen öffentliche Plätze insbesondere mit Kopien von Madonnendarstellungen bekannter Meister bemalt. Jedes Jahr findet zu Mariä Himmelfahrt im norditalienischen Curtatone bei Mantua ein Festival statt, bei dem ausschließlich Motive zugelassen sind, die die christliche Religion betreffen. Auch der süditalienische Ort Nocera Superiore bei Salerno und sogar Houston, Santa Barbara oder Baltimore in den USA richten heutzutage Kunstschauen und Wettbewerbe dieser traditionellen Kunstform aus. (luk)
Vor 375 Jahren kamen die ersten Pilger nach Kevelaer. Heute ist der Ort am Niederrhein der zweitgrößte Marienwallfahrtsort Deutschlands. Zum Jubiläum war auch ein deutscher Kardinal im Auftrag Roms anwesend. (Artikel vom Juni 2017)