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Gott könne man nur durch Vertrauen erfahren

Erzbischof Koch wünscht sich wagemutige Christen

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Der Berliner Erzbischof Heiner Koch
Potsdam - Der Anteil der Kirchenmitglieder an der deutschen Gesellschaft nimmt immer mehr ab. Es brauche Wagemut, um Christ zu sein, sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am Sonntag in Potsdam. Der Weg zu Gott führe über Vertrauen.

Nach Ansicht des Berliner Erzbischofs Heiner Koch gehört zum Christsein eine Portion Wagemut. "Christen sind Menschen, die Gott ihr Vertrauen schenken. Das ist eine mutige Haltung und Entscheidung. Christ zu sein, ist nichts für Menschen ohne Wagemut", sagte Koch am Sonntag laut Redemanuskript bei einem Gottesdienst zum Bistumstag in Potsdam aus Anlass der Gründung der Propsteigemeinde Sankt Peter und Paul vor 300 Jahren. Es ist die erste katholische Gemeinde nach der Reformation auf dem Gebiet des heutigen Erzbistums Berlin, die staatlich anerkannt wurde.

Weiter sagte Koch, die Menschen würden nur Gott erfahren, wenn sie ihm ihr Vertrauen schenkten. Die meisten seien aber nicht bereit, "sich mit Gott auf den Weg ihres Alltags und ihres Vertrauens zu machen." Auf Gott zu vertrauen sei "das Zeichen der Hoffnung, das Christen in einer weitgehend gottapathischen und atheistisch geprägten Gesellschaft privat und öffentlich zu setzen beauftragt sind", so Koch.

Glückwünsche von Papst Franziskus

Der Apostolische Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic überbrachte zu dem Jubiläum, das am Sonntag den ganzen Tag in und um die Propsteikirche gefeiert wird, die Glückwünsche von Papst Franziskus. Weiter rief er zu Friedensgebeten für die Welt auf, für "die Menschen hier und vor allem in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt", etwa der Ukraine. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Belgiens Botschafter Geert Muylle sowie Bischof Jean-Pierre Deville aus Lüttich nahmen an dem Gottesdienst teil.

Bereits am Freitag fand im Rahmen des Jubiläumswochenendes ein Jugendfest sowie am Samstag ein Gemeindefest mit Familienprogramm statt. Bei dem Festwochenende soll nach den Worten von Bistumssprecher Stefan Förner auch Kritik an der katholischen Kirche zur Sprache kommen. So nimmt auf einem Podium am Sonntagnachmittag unter anderen der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, zum Thema Stellung: "Katholische Kirche – Motor oder Bremsklotz auf dem Weg in eine geschwisterliche und schöpfungsverantwortliche Kirche". Eine Mahnwache zum Bistumstag kündigte die Reforminitiative Maria 2.0 an. Sie fordert mehr Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche.

Die Potsdamer Kirchengemeinde wurde 1722 von rund 200 katholischen Waffenhandwerkern und ihren Angehörigen gegründet, die König Friedrich Wilhelm I. aus Belgien nach Brandenburg geholt hatte. (KNA)

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