Erzbistum will Werler Wallfahrtstradition sichern
Zwei Jahre vor dem Abschied der Franziskaner aus dem westfälischen Wallfahrtsort Werl hat das Erzbistum Paderborn das Klostergebäude samt Grundstück erworben. Dies diene dem Ziel, die Pilgertradition im drittgrößten Marienwallfahrtsort in Deutschland zu sichern, teilte die Erzdiözese am Montag in Paderborn mit. Die Franziskaner hatten angekündigt, sich wegen sinkender Mitgliederzahlen 2019 aus Werl zurückzuziehen.
Laut Erzbistum kommen jährlich rund 100.000 Pilger nach Werl. Damit ist Werl ist nach Altötting und Kevelaer der drittgrößte Marienwallfahrtsort in Deutschland. Im Mittelpunkt steht das Gnadenbild "Unserer Lieben Frau von Werl", eine im 12. Jahrhundert geschaffene Sitzmadonna mit dem Christuskind auf dem Schoß. Das Kunstwerk kam 1661 von Soest nach Werl. Seit 1661 pilgern Glaubende zur Marienverehrung nach Werl. 2011 wurde das 350. Wallfahrtsjubiläum gefeiert.
Erzbischof will neue Wallfahrtsseelsorger beauftragen
"Wir wollen die Wallfahrt und Wallfahrts-Seelsorge in Werl in eine gute Zukunft führen", erklärte der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt. Erzbischof Hans-Josef Becker werde dazu rechtzeitig Seelsorger beauftragen. Zudem sei geplant, das Klostergebäude umzubauen und dort ein Wallfahrtszentrum einzurichten. Auch würden darin kirchliche Einrichtungen angesiedelt.
Der Provinzialminister der Franziskaner, Pater Cornelius Bohl, zeigte sich zufrieden über die Lösung für die Immobilie. Der Verkauf wurde vom Generalvikariat Paderborn und der Leitung der Deutschen Franziskanerprovinz in München vereinbart, wie es hieß. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. (KNA)
Die Nähe Gottes spüren - das ist das Ziel vieler Gläubiger, die sich zu religiösen Stätten in aller Welt aufmachen. Jährlich begeben sich etwa 40 Millionen Christen auf eine Pilgerreise. Katholisch.de stellt die Tradition der Wallfahrt, wichtige Bräuche und bekannte Pilgerziele vor.