Experte: 2060 ein Drittel der deutschen Kirchen nicht mehr benötigt
Nach einer Prognose des Theologen und Kirchenbau-Experten Thomas Erne wird etwa ein Drittel aller Kirchengebäude in Deutschland im Jahr 2060 nicht mehr gebraucht werden. 15.000 der aktuell mehr als 45.000 Gotteshäuser könnten in Zukunft von den Kirchen nicht mehr finanziert werden, wird Erne in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert, berichtete die Nachrichtenagentur Idea am Sonntag. Gründe dafür seien nach Ansicht des evangelischen Theologen aus Marburg vor allem der Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen sowie die daraus sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Aktuell seien etwa 43 Millionen Deutsche Mitglieder einer christlichen Kirche, in 40 Jahren werde diese Zahl um 20 Millionen schrumpfen.
Die Kirchen müssten sich den Umgang mit ihren Gotteshäusern genau überlegen, da die Gesellschaft auf Abriss oder Umnutzung von Kirchengebäuden sehr sensibel reagiere, so Erne weiter. Würden die christlichen Religionsgemeinschaften zu herzlos mit ihren Kirchen umgehen, dokumentierten sie "ihren eigenen Verfall". Sie seien gut beraten, sich auf den Erhalt architektonisch gelungener Kirchen zu konzentrieren. Viele der Gebäude hätten selbst eine bedeutende Botschaft. Insgesamt werde es sich aber nicht vermeiden lassen, Kirchen abzureißen. Für nicht mehr benötigte Gebäude müsse man idealerweise eine neue Nutzung finden, die zu ihrem religiösen Auftrag passe. Als Beispiele wurden Kirchen angeführt, die nun als Kindertagesstätten, Wohnungen oder Kolumbarien genutzt werden. (rom)