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Temperatur in Gotteshäusern sei nicht allein für Erhalt wichtig

Experte: In Kirchen auch auf Luftfeuchtigkeit achten

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Der reich verzierte Innenraum der barocken Kirche St. Johann in Saarbrücken.
Köln - Wegen der gestiegenen Gaspreise heizen immer weniger Pfarreien ihre Kirchengebäude. Wer für die Weihnachtsgottesdienste nun wieder die Heizung voll aufdrehen möchte, sollte einen Rat des Architekten Matthias Braun beachten.

Für den Erhalt von Kirchen und ihrem Inventar ist nach Worten des Architekten Matthias Braun nicht allein die Raumtemperatur entscheidend. Wichtig sei, die relative Luftfeuchtigkeit verstärkt im Blick zu behalten, sagte er im Interview des Portals domradio.de am Mittwoch. Dies sei etwa über Klimadatenlogger möglich. Eine relative Luftfeuchtigkeit unter 70 Prozent sei in der Regel ungefährlich für das Inventar.

Wenn Gemeinden zum bevorstehenden Weihnachtsfest ausnahmsweise die Kirchen aufheizen wollten, sollte dies langsam und behutsam erfolgen, so der Architekt beim Amt für Bau- und Kunstpflege in Hannover. Viele hätten zuletzt sich in Gemeindehäuser zurückgezogen, wollten aber an Weihnachten das Kirchengebäude selbst nutzen: "Das birgt das Risiko, dass in die Kirchen sehr viel Luftfeuchtigkeit durch die Atemluft oder durch feuchte Kleidung, feuchte Schuhe hereingetragen wird." Ein solch sprunghafter Anstieg der Luftfeuchtigkeit sei "ein Risiko für den Raum und das Inventar".

Braun riet zudem, vor dem Aufheizen abzuwägen, welche Temperatur angemessen sei. Ursprünglich hätten 16 Grad Celsius als Obergrenze für die Nutzungstemperatur gegolten. Derzeit könnten auch zwölf Grad ausreichend sein, "gerade wenn es so kalt ist wie im Augenblick und es Dauerfrost gibt", erklärte der Experte. "Wenn Sie von einer sehr kalten Außentemperatur in die Kirche reinkommen, die auf zwölf Grad geheizt ist, wird das immer noch als angenehm empfunden." (KNA)

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