Feierlicher Zug zum Kiliansdom
Die Seligpreisungen der Bergpredigt seien Grundlage und Motivation für die Frankenapostel gewesen, sich von Irland aus auf den Weg zu machen, um am Main zu missionieren, erklärte der Bischof in seiner Predigt. "Wir danken dem heiligen Kilian und seinen Gefährten, dass sie den Weg zu uns gefunden haben." Bei der Pilgerfahrt nach Irland mit Gläubigen aus dem Bistum Würzburg vor wenigen Wochen habe er Antworten auf die Frage gefunden, wieso sich Mönche vom Rand Europas auf die beschwerliche Reise nach Deutschland machten, um ihren Glauben zu verkünden. "Die Mönche fanden im keltischen Bewusstsein von Gottes Gegenwart in allen Dingen die Durchdringung durch Gottes Größe und Herrlichkeit. Diese fassten sie zum Beispiel in überwältigenden Gebeten zusammen", sagte der Bischof.
Reliquien wurde erstmals 788 nach Christus in den Dom überführt
Die erlebte Fürsorge Gottes für die Menschen habe in Irland unter anderem in abgebildeten biblischen Szenen auf den Hochkreuzen oder den reich verzierten Bibelhandschriften einen Niederschlag gefunden. Außerdem hätten es die Mönche verstanden, vorgefundene Traditionen in den christlichen Glauben zu inkulturieren. "Die christlichen Missionare, angefangen bei Ciarán im 6. Jahrhundert, zerstörten die heidnischen Kultstätten nicht, sondern integrierten sie." Vielleicht sei auch für den Erfolg der Mission durch die irischen Mönche auf dem Festland entscheidend gewesen, dass das Christentum in Irland nicht durch die christlich-hellenistische Wissenschaft geprägt war. "Die keltischen Menschen sahen Gott in allen Dingen, sie dienten ihm in allem, was sie taten, und wandten sich in allen Dingen des Lebens an Gott."
Die Prozession mit den Häuptern der Frankenapostel begann am Sonntagmorgen mit einer Station in Sankt Burkard. Dort erinnerte Hofmann daran, dass im Jahr 788 erstmals die Reliquien in den Dom überführt wurden, vermutlich im Beisein Karls des Großen. Den Zug zum Dom begleiteten Weihbischof Ulrich Boom, Vertreter des Domkapitels, Mitglieder des Diözesanrats, Bürgermeister Adolf Bauer, Ritter vom Heiligen Grab sowie Verbände und Vereine. Den Reliquienschrein trugen Priesterseminaristen und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg abwechselnd.