Feige: Bei Mahlgemeinschaft "nicht so euphorisch" wie andere Bischöfe
Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige ist mit Blick auf eine ökumenische Mahlgemeinschaft von Katholiken und Protestanten skeptischer als andere kirchliche Spitzenvertreter. Er sei "nicht so euphorisch" angesichts jüngster Entwicklungen in der katholischen Kirche, sagte Feige am Donnerstag im Podcast "Mit Herz und Haltung" der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.
Feige leitet die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Er bezog sich auf Äußerungen des Münchner Kardinals Reinhard Marx und des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm. Sie hatten die Hoffnung geäußert, dass sie gemeinsame Abendmahlfeiern noch erleben werden. "Es gab schon Zeiten, da war ich optimistischer", räumte Feige in Hinsicht auf eine Mahlgemeinschaft ein. "Aber vielleicht führen die kleinen Schritte ja einmal zu einem unerwarteten Durchbruch, wie es der Fall der Berliner Mauer war."
Am Dienstag hatte sich Feige kritisch zur Absage des Vatikan an ein Theologen-Votum für die Möglichkeit einer wechselseitigen Teilnahme an der Eucharistie beziehungsweise am Abendmahl geäußert. Die Glaubenskongregation scheine manches nicht verstanden zu haben, erklärte Feige. "Insgesamt legt sich der Eindruck nahe, dass diese Entgegnung 'mit heißer Nadel gestrickt' worden ist", so der Bischof weiter. Der Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) hatte im September 2019 seine Studie zur Diskussion gestellt. (tmg/KNA)