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Bischof: Reformationsgedenken bringt ökumenischen Lernprozess voran

Feige sieht mehr ökumenische Sensibilität

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Paderborn - Vor 500 Jahren spaltete die Reformation die Kirche. Heute sieht der Magdeburger Bischof Gerhard Feige die Konfessionen in einem ökumenischen Lernprozess - und das Reformationsjubiläum helfe dabei.

Die Vorbereitungsdekade auf das Reformationsgedenken hat nach Einschätzung des katholischen "Ökumenebischofs" Gerhard Feige eine "zunehmende ökumenische Sensibilität" erzeugt. "Es gibt erfreuliche Anzeichen dafür, dass der ökumenische Lernprozess der letzten Zeit uns auf dem Weg zu Christus und zueinander ein weiteres Stück vorangebracht hat", sagte der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz am Montagabend in Paderborn. Er fügte hinzu: "Welche Perspektive vor uns liegt, hängt freilich auch davon ab, ob wir wirklich an der Einheit der Kirche interessiert sind, wie es uns gelingt, sich in den theologischen Vorstellungen und kirchlichen Lebensvollzügen zu verständigen, und was wir letztlich dem Wirken des Heiligen Geistes zutrauen."

"Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen"

Der Magdeburger Bischof äußerte sich in dem Vortrag "Von der 'Lutherdekade' zum 500. Reformationsgedenken - Ein ökumenischer Lernprozess mit Perspektive?" im Rahmen der "Montagsakademie" an der Theologischen Fakultät Paderborn. Darin würdigte er die ökumenischen Bemühungen der beiden großen Kirchen, vor allem die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 sowie den 2016 veröffentlichten Text des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz "Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen". Dieser versuche die negativen wie positiven Erfahrungen miteinander zur Sprache zu bringen und die dringend einer Klärung bedürfenden offenen Fragen zu benennen, so der Bischof.

Feige erinnerte auch an die vielfältigen Bemühungen der katholischen Kirche, auf dem Weg der Ökumene voranzuschreiten. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe sie sich nach einer Formulierung des Jesuiten Mario von Galli von der "Gegenreformation" verabschiedet und auf den Weg einer "Mitreformation" begeben. "Diesen gilt es nach den ermutigenden Erfahrungen im Vorfeld des 500. Reformationsgedenkens beherzt weiter zu gehen", betonte Feige.

Das bedeute, "im Bemühen um eine Heilung der Erinnerungen und eine andauernde Versöhnung nicht nachzulassen", selbstkritisch Grenzen und Schwächen zuzugeben sowie auf die Herausforderungen des reformatorischen Erbes kreativ einzugehen. Es gelte zudem, "neidlos ins Wort zu fassen, was man aneinander schätzt und vielleicht sogar bewundert, worin man spezielle Begabungen erkennt und den Geist Gottes eindrucksvoll wirken sieht". (KNA)

Linktipp: Feige erhofft sich Impulse für Einheit

Ökumene-Bischof Gerhard Feige erhofft sich vom Reformationsgedenken nachhaltige Impulse zu einer Einheit der Kirchen. Gegenseitige Verletzungen sollten 2017 aber ebenfalls angesprochen werden.

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