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Einst in der Reihe der "Weltwunder"

Figurengruppe "Ölberg" am Speyrer Dom für 177.000 Euro restauriert

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Der Speyerer Dom steht hinter einer Reihe Bäumen
Speyer - Eine vor 500 Jahren fertiggestellte Steinfigurengruppe am Speyrer Dom galt einst als eine Art Weltwunder. Nun wurde sie bearbeitet – mithilfe von Spenden.

Sie galt einst als eine der bedeutendsten gotischen Figurengruppen – jetzt ist der "Ölberg" am Speyrer Dom für rund 177.000 Euro restauriert worden. Davon stammen 107.500 Euro aus Spendengeldern von Bürgern. Weitere 70.000 Euro übernahm der Dombauverein aus seinen Mitteln, die zum größten Teil ebenfalls aus Spenden und aus Mitgliedsbeiträgen stammen, wie das Bistum Speyer mitteilte.

"Die Restaurierungskosten konnten damit vollständig durch bürgerschaftliches Engagement gedeckt werden", hieß es. Der Dombauverein hatte beispielsweise für die Restaurierung der 18 lebensgroßen Figuren jeweils Finanzierungs-Paten gewonnen. Zudem gab es 62 Spenden-Überweisungen – von Einzelpersonen, Paaren, Familien und Unternehmen.

Die steinerne Figurengruppe stellt das biblische Geschehen des Gebets Jesu auf dem Jerusalemer Ölberg vor seiner Gefangennahme dar. Die Sanierung des Ölberg-Ensembles wurde notwendig, weil einzelne Figuren beschädigt waren und das gesamte Ensemble den Angaben zufolge reinigungsbedürftig war. Der 1511 fertiggestellte "Ölberg" sei als Meisterwerk gotischer Bildhauerkunst in seiner Zeit berühmter als der Dom selbst gewesen: "Man reihte es sogar unter die 'Weltwunder' ein", so das Bistum.

Durch französische Soldaten beschädigt

Doch dann wurde das Kunstwerk in Kriegszeiten durch französische Soldaten schwer beschädigt, im Jahr 1689 sowie 1793 und 1794. Die alten Figuren wurden ab 1871 durch Arbeiten des Bildhauers Gottfried Renn (1818–1900) ersetzt.

Laut Dombaumeisterin Hedwig Drabik wurde die überdachte Skulpturengruppe im südlichen Domgarten in den vergangenen Monaten gereinigt, konserviert und bildhauerisch ergänzt. "Verloren gegangene Elemente wie der Heiligenschein der Christusfigur wurden dabei neu geschaffen." Änderungen gab es auch im Erscheinungsbild eines Engels an der Spitze der Figurengruppe. Sein Kopf wurde nach einem skizzenhaften Figurenmodell Gottfried Renns rekonstruiert.

Ein seltener Glücksfall sei es auch gewesen, dass ein paar steinerne Finger wiedergefunden worden seien – im Bistumsarchiv: Sie konnten einem der Soldaten, die Jesus festnehmen, zugeordnet werden. Zudem werde die Szenerie nun durch eine dezente Beleuchtung würdig in Szene gesetzt. Diözesanadministrator Markus Magin sprach von "Stein gewordener Theologie und Mystik".

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