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Osnabrück: Kirche mit innovativem Umweltkonzept vor Neueröffnung

Fit für die Zukunft

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Ein Handwerker schruppt mit einem Spezialschwamm über ein Wandgemälde.
Osnabrück - Als erste Kirche in Deutschland strebt Sankt Joseph in Osnabrück ein laut Expertenangaben neuartiges nachhaltiges, ökologisch und ökonomisch wirksames Energiekonzept an. Nach rund zwölfmonatiger Umbauzeit zieht die katholische Gemeinde am Samstag, dem 100. Jahrestag der Grundsteinlegung, wieder in ihre Basilika ein, wie das Bistum Osnabrück am Dienstag bekanntgab. Dazu feiert Bischof Franz-Josef Bode um 10.00 Uhr in der neuromanischen Kirche einen Festgottesdienst.

Mit Unterstützung der in Osnabrück ansässigen Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde für rund drei Millionen Euro das Pfarrheim in das Kirchenschiff integriert und für den verkleinerten Sakralraum mit nunmehr 270 statt bislang 700 Plätzen ein neues Architektur-, Klang-, Lichtkonzept entwickelt, wie es hieß. Zur innovativen Bereitstellung von Energie soll unter anderem eine in der Nachbarschaft geplante Geothermie-Anlage mitgenutzt werden.

Von besonderer Bedeutung sei die Renovierung der im norddeutschen Raum einmaligen Decken- und Wandmalereien gewesen, hieß es. Die Künstler Albert Emminghaus (1870-1932) und Bernhard Riepe (1896-1968) hatten die Fresken nach Entwürfen von Augustin Pacher (1863-1926) zwischen 1932 und 1942 angebracht. Zur Wahrung der denkmalgeschützten Kunstwerke haben Wissenschaftler der Technischen Universität Stuttgart und der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim ein spezielles Heiz- und Belüftungs-Konzept entwickelt. Unter anderem solle eine automatische Fensterlüftung im Innenraum das Klima stabilisieren.

"Werktagskapelle" hinter dem Hochaltar

Im neu gestalteten Altarbereich entstand hinter dem Hochaltar eine "Werktagskapelle", in der künftig während der Woche die Gottesdienste gefeiert werden. Zudem wurde der Sakralraum mit seinen denkmalgeschützten Wandmalereien neu ausgeleuchtet und die Orgel von der Nordseite an die Westwand versetzt. Das zu einer "Gläsernen Orgel" umgebaute Instrument solle künftig für orgelpädagogische Aktionen, Führungen und Konzerte genutzt werden. Im neuen zweistöckigen Gemeindehaus, das als "Haus im Haus" in die Kirche gesetzt wurde, befinden sich im Erdgeschoss eine Küche und ein Saal und im ersten Stock, der auch mit einem Aufzug zu erreichen ist, Gruppenräume. Die Wiedereröffnung der zwischen 1913 und 1917 erbauten Kirche feiert die Gemeinde mit einer Festwoche mit kunsthistorischen Führungen, Orgel- und Chorkonzerten. (KNA)

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