Flüchtlingsrat kritisiert Vorgehen des Bistums
Die Betroffenen, die ein Bleiberecht in Deutschland erwirken wollten, hätten angekündigt, in ihre Herkunftsländer Serbien, Mazedonien und Kosovo zurückkehren zu wollen. Eine Familie wolle nach Baden-Württemberg. Von dort sei sie in die Kirche geflüchtet. Der Flüchtlingsrat bat, die freiwillige Ausreise der Menschen aus Regensburg über die Fachdienste Caritas und Rückkehrberatungsstelle Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Zentralen Ausländerbehörde zu regeln. Auch sollten mögliche Rückkehrhilfen bereitgestellt werden.
Bistum stellt kostenlose Nahrungsmittelversorgung ein
Im Regensburger Pfarrheim Sankt Emmeram halten sich nach wie vor 16 Personen auf, wie ein Sprecher des Bistums am Sonntag bestätigte. Es handelt sich nicht um einen Fall von Kirchenasyl. Nachdem die Diözese bereits am Freitag Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt hatte, stellte sie am Samstag die kostenlose Versorgung mit Nahrungsmitteln ein. Ein Notarzt sei aber weiter erreichbar, hieß es. Ein Sprecher der Diözese verwies erneut darauf, dass die ganze Gruppe oder einzelne Menschen jederzeit das Pfarrheim verlassen und mit ihrer zuständigen Ausländerbehörde die nächsten Schritte besprechen könnten.
Vonseiten des Bistums hatte es zuvor geheißen, die "intensiven, stundenlangen Gespräche" mit einigen Personen zuletzt am Donnerstag müssten als gescheitert angesehen werden. Zunächst hätten einige von ihnen zwar den Willen zur Rückreise in die ursprüngliche Unterkunft bekundet, dann aber unerfüllbare Bedingungen gestellt. Seit über einer Woche hatte Generalvikar Michael Fuchs mehrmals an die Vernunft und Verantwortung der Gruppe appelliert, die provisorische Unterkunft zu verlassen. 16 Personen kamen dieser Aufforderung nach.
Die zunächst aus 45 Menschen bestehende Gruppe hatte Anfang Juli den Regensburger Dom besetzt und war dann in die kirchliche Unterkunft gezogen. Für die Versorgung und medizinische Betreuung war die Kirche aufgekommen. (kim/KNA)
Die Strafanzeige des Bistums Regensburg zeigt Wirkung: Zwei Familien sind freiwillig in ein Rückführungszentrum zurückgekehrt. Doch noch ist die Besetzung des Pfarrheims nicht beendet.