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Stefan Orth über Dynamik in der Ökumene

Früchte des Reformationsjubiläums

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Schachfigur
Bonn - Stefan Orth über Dynamik in der Ökumene

Das Erzbistum München und Freising hat jetzt nach intensiver Vorarbeit ein neues Direktorium für die Feier ökumenischer Gottesdienste vorgelegt. Im Kern geht es darum, auch am Sonntagmorgen mehr Spielräume für gemeinsame Wortgottesdienste von Katholiken und Protestanten zu geben.

Es mag ein kleiner Schritt sein, passt aber doch gut in das Jahr des Reformationsjubiläums, in dem nicht nur die evangelische Kirche der 500 Jahre gedenkt, seit Martin Luther seine berühmten Thesen an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben soll.

Erst vor einer guten Woche hat der Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim stattgefunden, der zu den Höhepunkten dieses Jahres gehört. Hier zeigte sich noch einmal sehr eindrücklich, wie sich das ökumenische Klima in den vergangenen Jahren verändert hat.

Während der ersten Vorbereitungen der Feierlichkeiten hatte man mit der Gefahr zu kämpfen, dass sich christliche Konfessionen auf Kosten der anderen profilieren. Inzwischen gibt es gerade auf kirchlicher Ebene weithin große Einmütigkeit. Nicht wenige Protestanten freuen sich da, dass man dieses Ereignis zusammen mit den Katholiken begehen kann.

Nicht zuletzt angesichts einer steigenden Zahl Konfessionsloser hierzulande liegt ja auch auf der Hand, dass das christliche Zeugnis umso überzeugender ist, wenn es gemeinsam gegeben wird.

Das bedeutet freilich auch, dass ökumenische Gottesdienste nicht nur bei Stadtfesten oder Vereinsjubiläen ihre Berechtigung haben. Das mag sich je nach Region sehr unterschiedlich entwickeln. Man darf dennoch sehr gespannt sein, welche ökumenische Dynamik das inzwischen überraschend gemeinsam begangene Reformationsjubiläum ab dem Jahr 2018 entfalten wird.

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