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Thomas Jansen über die theologische Verherrlichung des Urlaubs

Gefällt Gott unsere Arbeit nicht mehr?

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Bonn - Thomas Jansen über die theologische Verherrlichung des Urlaubs

Der Urlaub ist zu Ende, heute ist der erste Arbeitstag - zumindest in NRW! Das fällt nicht leicht! Wie schön wäre es da doch, wenn es auch mal einen geistlichen Zuspruch gäbe! Wie oft haben wir in Predigten der vergangenen Wochen gehört, dass wir unsere Seele baumeln lassen sollen und uns eine Auszeit richtig gut tue. Aber haben Sie am Ende der Sommerferien schon mal ein Lob der Arbeit von der Kanzel vernommen? Eine Predigt darüber, dass es schön, sinnerfüllt und gottgewollt ist, von morgens bis abends einer geregelten Erwerbstätigkeit nachzugehen? Darüber, dass Beruf mit Berufung zu tun hat und dass Arbeit Mitwirkung an Gottes Schöpfung ist?

Vermutlich nicht. Schließlich sind Kirchen und Theologen heute zu Apologeten des "kollektiven Freizeitparks" (Helmut Kohl) Deutschland und spirituellen Stichwortgebern der Wellness-Branche mutiert. Da kommt man kaum noch auf den Gedanken, dass das Arbeitsethos einst als eine christliche Erfindung galt. Kein geringerer als der berühmte Soziologe Max Weber sah im Benediktinerorden die Keimzelle der abendländischen Auffassung von einer geregelten Arbeit. Auch dass der Müßiggang zu den sieben großen Lastern der christlichen Tradition gehört, häufig auch Todsünden genannt, scheint in Vergessenheit geraten zu sein.

Zugegeben: Die Leistungsgesellschaft hat ihre Schattenseiten. Der Druck von allen Seiten, am Arbeitsplatz reibungslos funktionieren, ist häufig unerträglich hoch. Und auch die Ausbeutung von Arbeitskräften hat im Zeitalter der Globalisierung erschreckende Ausmaße angenommen. Doch das darf und kann kein Grund dafür sein, dass von theologischer und kirchlicher Seite kaum noch über die transzendentale Dimension von Arbeit gesprochen wird – vom Reizwort Leistung ganz zu schweigen. Es muss ja nicht immer gleich hochtheologisch klingen. Wie sagte noch ein berühmtes theologisches "Arbeitstier", das es fertigbrachte, das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche zu übersetzen: "Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen." Also, fliegen wir los!

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