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Bistum Münster will sich stärker an Fernstehende richten

Generalvikar fordert pluraleres Gottesdienstangebot

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Generalvikar Klaus Winterkamp
Münster - Seit 100 Tagen ist Klaus Winterkamp Generalvikar in Münster. Nun fordert er Änderungen bei den Gottesdiensten, die das Bistum anbietet. Und er nennt noch weitere Baustellen.

Der Generalvikar des Bistums Münster, Klaus Winterkamp, hat sich für einen umfassenden Kulturwandel in der Kirche ausgesprochen. Dazu gehörten vielfältigere Gottesdienstangebote, die Präsentation der Kirche als attraktive Arbeitgeberin und eine Koordinierung beim Thema Missbrauch, sagte er am Mittwoch der Bistumszeitung "Kirche+Leben".

"Wenn Kirche und Gesellschaft pluraler werden, muss auch unser Gottesdienst-Angebot pluraler werden", so Winterkamp. Das stelle die Verantwortlichen bei der Gestaltung von liturgischen Feiern vor große Herausforderungen, weil noch mehr Erwartungen an die Gottesdienste geknüpft würden. "Das ist nicht einfach", räumte Winterkamp ein, der seit Oktober Generalvikar ist. Aber wenn durch Musik, Lichteffekte oder andere sinnliche Angebote neben Weihrauch den Menschen der Weg zu Gott erschlossen würde, werde dasselbe erreicht wie durch eine Predigt oder ein lateinisches Hochamt. Er verwies auf bereits bestehende Angebote wie die Hochliturgie in der Benediktinerabtei Gerleve, den Wallfahrtsort Kevelaer und die Jugendkirche "Effata" in Münster.

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Nach gerade einmal zwei Jahren bat Norbert Köster Bischof Felix Genn um seine Entpflichtung als Generalvikar. Der sagt: "Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, selbst einen Wechsel vorzunehmen."

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Der Generalvikar kündigte weiter an, dass sich das Bistum Münster im Jahr 2019 mit einer Kampagne als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will. In vielen Bereichen wirke die katholische Kirche als Arbeitgeber nicht besonders attraktiv, manchmal werde sie auch als "muffig und altbacken" empfunden. Dieser Eindruck stimme aber nicht, wenn es um die Kirche als Arbeitgeber gebe, so Winterkamp. "Verglichen mit anderen Institutionen sind wir verlässlich, bieten Sicherheit, sind für Familien attraktiv und leisten vieles für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte er. Da sei die Diözese auf der Höhe der Zeit.

Mit der Arbeitgeber-Kampagne sollten auch weniger aktive Christen erreicht werden, erklärte er. "Man hat nicht nur Kompetenzen, weil man katholisch ist", sagte Winterkamp. "Es gibt auch Talente, Begabungen und Charismen, die Gott einfach so schenkt – unabhängig davon, ob und welcher Konfession oder Religion man angehört." Bei der Arbeit in allen diözesanen Einrichtungen solle es auf den Inhalt und die Haltung ankommen und nicht um das formaljuristische Kriterium, katholisch zu sein.

Winterkamp sprach auch das Thema Missbrauch an, das seinen "Arbeitsalltag der ersten Tage massiv gefüllt" habe. Das Bistum Münster schreibe nun eine Vollzeitstelle für einen Interventionsbeauftragten aus, der die gesamte Koordinierung im Bereich Missbrauch leisten soll. Es gebe eine "vollkommen andere Vorgehensweise" als früher. Alte Fälle müssten aufgearbeitet, Staatsanwälte eingeschaltet und die Presse informiert werden. Weiter müsse für die Prävention gesorgt sowie die Anerkennung von Leid gezahlt und Hilfe angeboten werden. "Wir sind damit noch nicht am Ende, wir fangen gerade an", sagte Winterkamp. (luk)

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