Gesucht: Kirchliches Bodenpersonal
Eine Idee aus dem Team von Mathias Pollok, der die Hauptabteilung Personalentwicklung in der Erzdiözese leitet. "Als Kirche bewegen wir uns auf einem Markt und müssen überlegen, wie wir auch in Zukunft an geeignetes Personal kommen", sagt der Pastoralreferent. Deshalb haben seine Mitarbeiter einen Messestand entwickelt und eine Broschüre mit dem Titel "Die Erzdiözese als familienfreundlicher Arbeitgeber" herausgebracht. "Wir wollen das, was wir haben, so präsentieren, dass es für andere als echte Marke erlebbar wird", erklärt Pollok.
Denn die Kirche hat ein Problem: Sie tut sich zunehmend schwer damit, offene Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Nach dem öffentlichen Dienst sind die beiden christlichen Kirchen mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Sie beschäftigen rund 1,3 Millionen Menschen und spüren den zunehmenden Fachkräftemangel deutlich. Was vor allem fehlt, sind Pflegekräfte, Erzieher und Verwaltungsspezialisten. "Ein Bereich ist die IT", sagt Mathias Pollok. Denn natürlich können Informatiker in der freien Wirtschaft mehr verdienen als im erzbischöflichen Ordinariat.
Weniger Geld und schlechteres Image?
Hinzu kommt das Image der Kirche, das durch den Missbrauchsskandal und die Diskussion um Kirchenfinanzen gelitten hat. "Wenn junge Leute, die sich für einen kirchlichen Beruf interessieren, Freunden davon erzählen, ernten sie viel Irritation und Nachfrage", stellt Pollok fest. Dieses Bild in den Köpfen potentieller Mitarbeiter wollen die kirchlichen Personalabteilungen verändern, sprich sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Deshalb verwendet Mathias Pollok auch den Begriff "Marke", durchaus nicht unumstritten in den eigenen Reihen.