GKP-Vorsitzender wehrt sich gegen Vorwürfe
Lieber Kollege,
es gibt die "Gesellschaft Katholischer Publizisten", schreiben Sie in Ihrem "Standpunkt" vom 25. Mai. Das stimmt. Und es gebe konstruktiven Journalismus, der sachlich und fair sein will. Auch richtig.
Fragt sich nur, auf welcher Seite Sie sich selbst verorten, wenn Sie beides hier in einen offensichtlich polemischen Gegensatz bringen. Ihr Standpunkt zielt kaum verhohlen auf eine Reihe von Berichten im "Kölner Stadt-Anzeiger" und – da zu einem Großteil von mir verfasst – auf mich. Nichts dagegen. Wobei – wenn Sie gestatten – die Zuflucht zu einem Online-Gimmick als dem schlagenden Beleg für eine "kulturkämpferische Haltung" der gesamten Berichterstattung recht hilflos wirkt und die Generalabrechnung mit Priestern, die kritische Fragen an den Reformprozess im Erzbistum stellen, recht vielsagend.
Aber dass Sie für den Strauß, den Sie mit mir ausfechten möchten, die Arbeit und die Integrität aller GKP-Mitglieder – Ihrer Kolleginnen und Kollegen übrigens – diskreditieren, das halte ich dann doch für einen eklatanten Bruch mit jenen Tugenden, die Sie vollmundig reklamieren.
Wenn Sie nächstes Mal etwas im "Kölner Stadt-Anzeiger" oder an mir stört, schreiben Sie doch einfach einen Leserbrief oder rufen Sie mich an! So hätte ich es am liebsten auch mit Ihrem Standpunkt gehalten. Aber ich finde, die GKP und ihre Mitglieder haben es nicht verdient, dass es auf ein öffentliches Foul-Spiel nur eine Reaktion in der Kabine gibt.
Einen Aufnahme-Antrag für die GKP schicke ich Ihnen gern zu – konstruktiv und lösungsorientiert. Denn dass (katholischen) Journalisten das gut ansteht, da bin ich vollends mit Ihnen einig.
Mit kollegialen Grüßen,
Joachim Frank, Chefkorrespondent DuMont und Vorsitzender der GKP